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Industrieverband BDI fordert mehr Asylbewerber in der Zeitarbeit einzusetzen

Zahl der Leih- und Zeitarbeiter erreicht in Deutschland neue Rekordmarke

Freitag, 09 September 2016 05:04 geschrieben von  Anna-Lena Eggert

Berlin - Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage hervorgeht, hat die Zahl der Leih- und Zeitarbeiter im Jahr 2015 mit insgesamt 961.000 Personen einen neuen Höchststand erreicht. In früheren Jahren schwankte die Zahl der befristet Beschäftigten zwischen 610.000 und 910.000. Im Vergleich zum Vorjahr hat ihre Zahl 2015 um 50.000 zugenommen.

Der Ursprungsidee nach sollte die Leih- und Zeitarbeit es Betrieben bei vorübergehenden Auftragsspitzen ermöglichen, schnell mehr Personal einzustellen. Eine dauerhafte Beschäftigung von wechselnden Zeitarbeitern, die zur Verdrängung von Normalarbeitsverhältnissen führt, war nicht vorgesehen.

Nach aktuellen Zahlen liegt das mittlere Bruttogehalt von Leiharbeitnehmern mit 1.700 Euro deutlich unter dem Gehalt anderer Beschäftigter. Nach Angaben der Bundesregierung „lag das Medianentgelt bei allen sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten bei 2.960 Euro“. 

Fast zwei von drei Leiharbeitern unterschritten im letzten Jahr die Niedriglohnschwelle von 1.970 Euro als dem Wert, der zwei Dritteln des mittleren Gehalts aller Beschäftigten entspricht. 5,7 Prozent der Leiharbeitnehmer verdienten so wenig, dass sie ihr Gehalt mit Hartz IV aufstockten.

Laut Bundesregierung besteht jedes vierte Leiharbeitsverhältnis neun Monate oder länger. Besonders verbreitet ist Leiharbeit im Maschinen- und Fahrzeugbau; die Metall- und Elektroindustrie beschäftigte mit 36 Prozent die meisten Leiharbeitskräfte.

Die Zahl der Zeitarbeiter dürfte noch steigen, weil das Integrationsgesetz vorsieht, dass künftig auch Asylbewerber ab einem dreimonatigen Aufenthalt als Leiharbeiter arbeiten dürfen. Erst vor wenigen Tagen forderte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, mehr Flüchtlinge in der Zeitarbeit einzusetzen.

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