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Erste Rückbaugenehmigung der Energiewende in Bayern

Stilllegung und Abbau des Kernkraftwerks Isar 1 ist genehmigt

Donnerstag, 26 Januar 2017 23:06 geschrieben von  Anna-Lena Eggert
Kernkraftwerk Isar Kernkraftwerk Isar Quelle: de.wikipedia.org | E.ON Kernkraft GmbH | CC BY-SA 3.0

München - Das bayerische Umweltministerium hat die Stilllegung und den Abbau des Kernkraftwerks Isar 1 abgesegnet und damit die erste Rückbaugenehmigung der Energiewende im Freistaat erteilt. Die Staatsregierung will damit zügig den 2011 überraschend beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie umsetzen. Das Bundesumweltministerium hat dem Bescheid des bayerischen Umweltministeriums bereits zugestimmt. Damit liegt der für den Anlagenbetreiber erforderliche Bescheid für den Rückbau vor.

Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf sagte dazu: „Der Ausstieg aus der Kernenergie und die Umstellung auf erneuerbare Energien gehören zu den größten umweltpolitischen Aufgaben. Die Genehmigung zum Rückbau von Isar 1 ist ein weiterer wichtiger Schritt beim Ausstieg aus der Kernenergie. Es soll dort wieder eine grüne Wiese entstehen.“ Der Rückbau erfolge unter den gleichen Sicherheits- und Transparenzvorgaben wie der Betrieb der Anlage. Die Sicherheit von Mensch und Umwelt stehe an erster Stelle, versprach die CSU-Politikerin.

Bereits am 17. März 2011 hatte das Kernkraftwerk Isar 1 seinen Leistungsbetrieb eingestellt. Die PreussenElektra GmbH als Betreiberin beantragte dann auf Grundlage des Atomgesetzes des Bundes eine Genehmigung für die Stilllegung und den Abbau des Kernkraftwerks. Der Stilllegungsantrag wurde mit dem Sicherheitsbericht und der Umweltverträglichkeitsuntersuchung öffentlich zur Einsicht ausgelegt. Nach der Erörterung der Einwendungen und intensiven behördlichen und gutachterlichen Prüfungen des Antrags wurde der Rückbau jetzt genehmigt.

Nach dem Ablauf der im Atomgesetz festgelegten Laufzeiten setzt die bayerische Staatsregierung auf den Rückbau der Kraftwerke und hat dafür extra ein Kompetenzzentrum in Kulmbach eingerichtet. Dieses Zentrum bündelt alle Aufgaben rund um den Strahlenschutz, der beim Rückbau große Bedeutung hat. Alle Anlagenteile werden auf Radioaktivität gemessen und, wenn sie keine für Mensch und Umwelt relevante Strahlung aufweisen, den bewährten Stoffkreisläufen zugeführt. Anderenfalls werden sie sicher entsorgt.

Letzte Änderung am Freitag, 27 Januar 2017 15:35
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