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Kritik von Verbraucherschützern optimierte Geschäftsmodell

Konstantin Strasser schafft den genialen Turnaround für MEP Werke

Montag, 03 Dezember 2018 13:19 geschrieben von  Götz Schubert
Konstantin Strasser und die MEP Werke wollen mit Solarlösungen für Hauseigentümer noch hoch hinaus Konstantin Strasser und die MEP Werke wollen mit Solarlösungen für Hauseigentümer noch hoch hinaus Quelle: BAYERN DEPESCHE

München – Der Münchner Solar-Unternehmer Konstantin Strasser hat die bislang vor allem als Anbieter von Miet-Photovoltaikanlagen bekannte MEP Werke GmbH in den letzten Monaten erheblich umstrukturiert. Damit reagierte der Gründer und Chef der Unternehmensgruppe STRASSER Capital auf die Kritik von Verbraucherschützern, die zunächst das Pacht-Modell und später auch das neu eingeführte Kauf-Modell für Solaranlagen mit Speichern bemängelt hatten.

Inzwischen sieht Strasser sein Unternehmen wieder auf einem guten Weg. Das Angebot sei optimiert und für Kunden noch attraktiver gestaltet worden, vermeldete die Firmenzentrale aus München. Den Verbrauchern würden eine höhere Wirtschaftlichkeit der Anlagen, eine höhere Unabhängigkeit und mehr Eigenverbrauchsleistung geboten. Damit seien die MEP Werke aus einer kurzen Krise heraus noch wettbewerbsfähiger geworden.

Zum regionalwirtschaftlichen Ansatz seines Unternehmens erklärte Strasser: „Innerhalb kürzester Zeit konnten wir ein deutschlandweites Montagepartner-Netzwerk aufbauen. Wir setzen ganz aufs Handwerk in der Heimat unserer Kunden“. Die Montagearbeiten könnten nun „regionale Fachpartner und auf Wunsch sogar der Handwerkersmeister um die Ecke eines jeden Kunden“ übernehmen. Dies bedeute letztendlich auch eine Stärkung des heimischen Mittelstandes und komme der CO2-Bilanz durch verringerte Anfahrtswege zugute.

Ursprünglich hatten sich Strasser und die MEP Werke GmbH mit ihrem Ansatz „Mieten statt kaufen“ auf denschon seit einiger Zeit in Deutschland erkennbaren Trend zur Sharing Economy spezialisiert. Bei den auch weiterhin angebotenen Solaranlagen zur Miete gilt die Faustregel: Je mehr selbstproduzierten Strom der Photovoltaik-Mieter nutzt, statt ihn subventioniert ins Netz einzuspeisen, desto mehr Geld kann er sparen. Es entfallen zudem die hohen Investitionskosten, die beim Kauf einer Solaranlage getätigt werden müssen.

Auch Wartungskosten muss ein Hausbesitzer, der eine solche Anlage mietet, nicht befürchten, denn eventuell notwendige Reparaturen zählen ebenso zu den Inklusivleistungen des Anbieters wie ein umfangreicher Versicherungsschutz über die Allianz. Nach Ablauf des Mietzeitraums entscheidet der Kunde, ob er seine Anlage zum dann üblichen Marktwert kauft, die Miete zu einem reduzierten Preis verlängert oder die Anlage durch die MEP Werke abbauen lässt.

Nachdem die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen monierte, dass es in einigen Fällen zu Mietforderungen gekommen war, obwohl sich die Photovoltaik-Anlagennoch gar nicht am Netz befanden, flexibilisierte die MEP Werke GmbH den Mietbeginn und bietet nun auch Photovoltaik-Anlagen zum Kauf und mit Batteriespeicher an. „Die Nachfrage nach Speichern ist enorm. Dennoch haben wir lange gewartet, weil uns wichtig ist, dass sich das Ganze für den Kunden auch wirklich rechnet“, so Konstantin Strasser.

Für den Chef der MEP Werke ist der Markt der Erneuerbaren Energien nicht nur Geschäft, sondern Herzensangelegenheit. Sein Appell an Politik und Gesellschaft: „Die Energiewende geht uns alle an. Das hat der aus meiner Sicht erfolgreiche Abschluss des Klimagipfels in Paris gezeigt. Hier haben alle 194 Mitgliedsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention an einem Strang gezogen und ein Ergebnis präsentiert, das sich sehen lassen kann. Das heißt aber nicht, dass nur die einzelnen Regierungen dafür zu sorgen haben, dass dieser Vertrag auch umgesetzt wird. Jeder einzelne von uns muss sich fragen: ‚Was kann ich dafür tun? Was ist mein Beitrag?‘“

Der Münchner versteht sich also auch als „Klimabotschafter“, der andere überzeugen will, den Weg der Nachhaltigkeit einzuschlagen „Wir müssen anfangen, uns das Ganze bewusst zu machen und begreifen, was es für unsere Nachkommen heißt, wenn wir das Ziel des Pariser Abkommens nicht erreichen. Der Klimawandel hat Auswirkungen auf die Lebensbedingungen von Milliarden Menschen, auch in Europa. Jeder Einzelne ist verpflichtet, die CO2-Einsparungen voranzutreiben, um der globalen Erwärmung entgegenzuwirken“, so Strasser.

Nicht nur an sich, sondern auch an andere – vor allem künftige Generationen – denken, ist die Devise des Mannes, den die „Süddeutsche Zeitung“ einmal „Münchens Sonnenkönig“ nannte und der es aus bescheidenen Verhältnissen ganz nach oben geschafft hat. In seinem Büro im zehnten Stock der Münchner Highlight Towers zieht er die Strippen bei einer Vielzahl von Einzelunternehmen, darunter neben der MEP Werke GmbH die MEP Solar Miet & Service GmbH, die SC Asset Management GmbH, die Fusconic GmbH & Co. KG und die MEP Energiedienstleister GmbH. Im In- und Ausland verfügt STRASSER Capital zudem über eine Reihe von Solarparks und Kraftwerksbeteiligungen. Energie – und zwar grüne Energie – ist Konstantin Strassers Leidenschaft.

Dieser Leidenschaft frönt er mit geschäftlichem Erfolg – der ihm nicht in die Wiege gelegt worden war. Strasser kam als drittes von zehn Kindern zur Welt, seine Mutter war alleinstehend und alleinerziehend. Nach seinem Hauptschulabschluss und einer abgebrochenen Augenoptiker-Lehre sprach zunächst nichts dafür, dass aus dem Jungen aus bescheidenen Verhältnissen einmal der Lenker eines großen Firmennetzwerkes werden würde. Doch Strasser war ein kommunikativer Mensch, der in Gesprächen zu überzeugen wusste. Also stieg er in die Versicherungsbranche ein und stellte schon bald sein verkäuferisches Talent unter Beweis.

Der Verkauf von Lebensversicherungen sollte Strasser jedoch auf Dauer nicht erfüllen. Über einen Freund kam der junge Vertriebsprofi zur Solartechnik, die im Zeichen des „grünen“ Lifestyles gute Renditen versprach und sich später, im Zuge der sogenannten Energiewende, als wahre Goldgrube erweisen sollte. Zunächst ging er auf die Suche nach Investoren und setzte auch sein eigenes Geld mit vollem Risiko ein, denn auf großzügige Kredite von Banken konnte er damals nicht hoffen. Sein Geschäftsmodell bestand am Anfang darin, große Solaranlagen im Ausland zu verkaufen. Mittlerweile hatte er Familie – und damit nicht nur Verantwortung für das ihm anvertraute Geld, sondern auch für Frau und Kinder. Aus dem „grünen“ Unternehmer war inzwischen ein „grüner“ Verantwortungsmensch geworden.

Mit seiner Unternehmensgruppe STRASSER Capital legte er schließlich das Fundament für ein weitverzweigtes Netzwerk, das heute nicht nur in Bayern und Deutschland, sondern in vielen europäischen und außereuropäischen Ländern präsent ist. Der Münchner hatte offenbar einen guten Riecher und schaffte es zahlreiche Solaranlagen hochzuziehen, darunter in Spanien den seinerzeit drittgrößten Solarpark der Welt mit einem Gesamtvolumen von 23,5 Megawatt.

Ausgründungen wie die New Energy Invest GmbH, die Asset Energia SA oder El Estero GmbH & Co. KG waren kennzeichnend für die Diversifikationsstrategie, die Strasser Capital noch heute als erfolgreichen Akteur am Markt auszeichnet. Die Unternehmensgruppe verfügt über ein breitgefächertes Portfolio an Beteiligungen in den unterschiedlichsten Bereichen der regenerativen Energien und realisiert mit namhaften und starken Partnern weltweit Energie- und Umweltprojekte – von der Planung und Logistik über den Anlagenbau bis zum Asset Management. Strassers MEP Werke GmbH, die anfangs sehr stark im internationalen Solarkraftwerksbau engagiert war, konzentriert sich schon seit einigen Jahren voll und ganz auf das Geschäft im deutschen Privatsektor.

Branchenexperten sind davon überzeugt, dass die MEP Werke nun aus einem kurzen Rückschlag heraus ein noch leistungsfähigeres Kundenkonzept geschaffen haben. Institutionelle Investoren suchen inzwischen wieder verstärkt den Schulterschluss mit Strasser, der unter Beweis gestellt hat, wie man erfolgreich auf einem hart umkämpften Markt agiert. Im Bereich der privaten Stromnutzung der Eigenversorger wächst dieser Markt auch weiterhin exorbitant.

Um hier die Position mit Spitzentechnologie weiter auszubauen, bieten die MEP Werke zu ihren Kauf-Anlagen ein platzsparendes Hybridsystem aus Wechselrichter und Speicher mit intelligentem Strommanagement an. Dies beinhaltet unter anderem eine Monitoring App, eine Back-up Steckdose für Stromausfälle, Fernwartungsleistungen und vieles mehr. Die komplette Finanzierung für die Solaranlage kann ebenfalls bequem über die MEP Werke GmbH abgewickelt werden. Und noch etwas spricht für das Unternehmen: Von dem Nachrichtenmagazin „Focus“ und dem Statistikanbieter „Statista“ wurden die MEP Werke erst kürzlich zu einem der Top-Arbeitgeber im Mittelstand gekürt (Veröffentlichung in „Focus Business“am 27.11.2018). Für Konstantin Strasser sind also nicht nur Umwelt- und Klimaschutz, sondern auch soziale Verantwortung und faire Arbeitsbedingungen Ehrensache. Die MEP Werke, eingebettet in die Strasser Capital Unternehmensgruppe, nehmen ordentlich Fahrt auf.

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