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Tourismus-Förderer oder Kakao-Zocker?

Dr. Stephan Welk, São Tomé e Principe und die BARRY CALLEBAUT AG

Donnerstag, 16 Februar 2017 02:42 geschrieben von  Martin Schmidt
Dr. Stephan Welk wirbt für feinsten Kakao aus São Tomé e Principe Dr. Stephan Welk wirbt für feinsten Kakao aus São Tomé e Principe Quelle: BAYERN DEPESCHE

Zürich - Dr. Stephan Welk (Jahrgang 1967), Interessenvertreter und Diplomat im Dienste der afrikanischen Inselrepublik São Tomé e Principe durchkämmt seit einigen Monaten die Parlamente in Mitteleuropa. Der in Brüssel bei der Europäischen Union akkreditierte Sonderbotschafter des Aussenministeriums von São Tomé wirbt um die Vorzüge der friedlichen, vormaligen Kolonie von Portugal. Infrastrukturmaßnahmen, zu denen sich Stephan Welk auch Förderungen aus der EU erhofft, sollen bald aus den tropischen Sandstränden des demokratischen Inselstaates im Golf von Guinea ein Touristenparadies für Europäer machen.

Allerdings dürfte es bei Stephan Welks Gesprächen, beispielsweise im Hessischen Landtag (http://www.alpe-nordsee.de/politik/warb-dr-stephan-welk-fur-sao-tome-oder-fur-barry-callebaut-im-hessischen-landtag.html), auch um süße Schokolade, vielmehr um Kakao gegangen sein. 

Dr. Stephan Welk gilt als gut vernetzt zum schweizerischen Kakao-Imperium BARRY CALLEBAUT, das der Familie Jacobs zu weiten Teilen gehört. Walther Andreas Jacobs ist Verwaltungsratsvorsitzender von BARRY CALLEBAUT, 50,11 Prozent der Aktien gehören derzeit der Jacobs Holding AG. Auch Renata Jacobs, Nathalie Jacobs und Nicolas Jacobs, zu dem Welk einen vorzüglichen Draht haben soll, sind Anteilseigner. Und Kakao aus São Tomé gilt unter Kennern als weltweit bestes Produkt. Klima und eine handwerkliche Gewinnung der Kakaobohnen auf São Tomé begünstigen absolute Premiumqualität. Dagegen wird auf dem nahen westafrikanischen Festland, vor allem in Guinea, Standardkakao produziert. Dort wachsen die Pflanzen auf riesigen Plantagen in einer eher industriellen Massengewinnung. Doch Dr. Stephan Welk verfügt auch zu diesen westafrikanischen Staaten über beste Verbindungen. So wird in Branchenkreisen vermutet, Welk habe auch seine Einflussmöglichkeiten bei Spekulationen im Weltmarkt für Kakao 2015 spielen lassen. 

Auch der SPIEGEL (https://www.google.de/amp/www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/spekulation-kakao-zocker-treiben-schoko-preis-in-die-hoehe-a-675949-amp.html) berichtete über die "Kakao-Zocker", ohne allerdings im publizierten Endtext den Namen des Dr. Stephan Welk zu benennen, da dieser offenbar mit erheblichen juristischen Mitteln gedroht hatte. 

Wenn nun dieser Dr. Stephan Welk für das durch die Sonne verwöhnte São Tomé e Principe wirbt, dann sollte nicht immer nur Tourismus sein Hintergedanke sein. Eine große Portion Interesse für BARRY CALLEBAUT und den Kakao-Weltmarkt dürfte immer mitschwingen, wenn Welk irgendwo in einer Lobby auftaucht.

Letzte Änderung am Donnerstag, 16 Februar 2017 02:48
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