bayern-depesche.de

Freigegeben in Wirtschaft

Crowdinvesting

Dr. Björn Maronde und Simon Brunke demokratisieren mit der Exporo AG das große Immobiliengeschäft

Montag, 08 Oktober 2018 16:54 geschrieben von 
Julian Oertzen, Simon Brunke und Björn Maronde führen die Exporo AG Julian Oertzen, Simon Brunke und Björn Maronde führen die Exporo AG Quelle: Exporo/BAYERN DEPESCHE

Hamburg – Simon Brunke und Dr. Björn Maronde fühlen sich derzeit offenbar sehr wohl in ihrem Geschäft. Immobilieninvestments sind normal nur etwas für Wohlhabende. Diese These galt in der Vergangenheit fast uneingeschränkt. Kleininvestoren war es nahezu unmöglich, ein eigenes Immobilien-Portfolio aufzubauen und sich Zugang zu einem Markt zu verschaffen, der de facto für private und institutionelle Großanleger reserviert war. Mit dem Aufkommen des Finanzierungsmodells Crowdinvesting als Spielart des Crowdfunding änderte sich das grundlegend. Wie das Barometer des Informationsportals crowdfunding.de berichtet, ist der Bekanntheitsgrad der Schwarm- oder Gruppenfinanzierung in Deutschland deutlich gestiegen. Eine repräsentative Umfrage unter tausend Personen hat ergeben, dass schon 67,4 Prozent der Befragten etwas von Crowdfunding gehört haben, 36,7 Prozent sehr genau wissen, worum es dabei geht, und sich 17,7 Prozent schon einmal selbst finanziell für ein Projekt engagiert haben.

Daran hat im stark wachsenden Markt digitaler Immobilieninvestments die Exporo AG einen großen Anteil. Ihre Gründer Simon Brunke (CEO, Vorstand Finanzen & Vertrieb), Dr. Björn Maronde (Vorstand IT & Marketing), Julian Oertzen (Vorstand Immobilien & Personal) und Tim Bütecke (Co-Founder & Mitglied im Advisory Board) wollten sich im Jahr 2013 nicht mehr damit abfinden, dass renditestarke Immobilieninvestitionen nur den „Großkopferten“ vorbehalten sind und Kleininvestoren ihr Erspartes durch die jahrelange Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank schleichend verlieren. Ein wirtschaftsdemokratischer Impuls ließ sie im Dezember 2014 mit ihrer Immobilien-Crowdfunding-Plattform an den Start gehen, um Mikroinvestoren lukrative Angebote im boomenden Immobilienmarkt zu unterbreiten.

Mittlerweile hat der Finanzanlagenvermittler 140 Immobilienprojekte erfolgreich mitfinanziert und dafür mehr als 249 Millionen Euro Kapital vermittelt. Über 65 Millionen Euro sollen bereits an die Anleger zurückgezahlt worden sein und deutlich mehr als 14.000 Kleininvestoren in diverse Exporo-Projekte investiert haben. Kleinanleger haben nämlich schon ab einer Summe von 500 Euro die Möglichkeit, sehr unkompliziert in Immobilien ihrer Wahl zu investieren. Der Plattformbetreiber stellt Renditen von bis zu sechs Prozent in Aussicht und sichert zu, dass die zweckgebundenen Investitionsbeträge zu 100 Prozent den ausgewählten Immobilienprojekten zugutekommen. Das Ganze funktioniert so: Exporo teilt ertragsträchtige Immobilien digital in einzelne Anlagesegmente auf und bietet diese auf der eigenen Plattform an. Anleger können so schon mit kleinen Summen Teilhaber einer konkreten Immobilie werden und von ihren Erträgen, ihrer Wertsteigerung und Risikostreuung profitieren.

Vorstandschef Simon Brunke erklärt den demokratischen Grundgedanken des Exporo-Geschäftsmodells mit diesen Worten: „Wir geben jedem Anleger die Möglichkeit, sich über unsere Online-Plattform schon mit kleinem Geld an Immobilienprojekten zu beteiligen. Das Geschäft ist bislang den institutionellen Investoren vorbehalten, etwa den Versicherungen und großen Fondsgesellschaften. So konnten sich nur Anleger mit relativ viel Geld, Zeit und fundiertem Wissen an Immobilien beteiligen. Der vielfach fehlende und teure Zugang zu Immobilienprojekten wird nun von uns komplett demokratisiert.“ Einige Fondsgesellschaften versteckten sich hinter Intransparenz und Marktbarrieren, um von versteckten Gebühren zu profitieren, beklagt der FinTech-Unternehmer. Kunden wüssten nicht, was ihr Asset Management tatsächlich koste und welche Rendite ihnen bleibe. „Diese Thematik demokratisieren wir, indem wir über unsere Plattform totale Transparenz schaffen.“ Björn Maronde konkretisiert: „Das einzelne Investment beträgt im Schnitt 2.800 Euro. Im ersten Monat tätigen von zehn Investoren mindestens zwei ein weiteres Investment. Das nimmt schnell zu und nach 12 Monaten hat jeder Anleger im Schnitt sechs Investments gezeichnet. Wir raten unseren Kunden auch, das Risiko zu streuen und besser in sechs, sieben Objekte zu investieren.“

Das im Crowdinvesting-Verfahren gesammelte Kapital wird bestimmten Immobilienentwicklern zur Verfügung gestellt. Laut Exporo gibt es massenhaft Bewerbungen von kapitalbedürftigen Projektgesellschaften. Nach einem anspruchsvollen internen Auswahlprozess bleiben beim Hamburger Schwarmfinanzierer allerdings nur drei bis fünf Prozent der angefragten Projekte übrig. „Nur die besten, sichersten und seriösesten kommen in unser Angebot. Die Due Diligence hat dabei einen sehr hohen Stellenwert, die grundsätzlich die gleichen Datenpunkte prüft wie eine Fremdkapital-finanzierende Bank“, heißt es bei der Exporo AG. Sie beschäftigt inzwischen ein Team von über 100 Mitarbeitern, zu dem mehr als 30 erfahrene Immobilienexperten gehören, die jedes einzelne Projekt auf Herz und Nieren prüfen. Dabei geht es neben der Vertrauenswürdigkeit der Protagonisten um die Begutachtung der Wirtschaftlichkeit, der Finanzierung und des Marktumfeldes. Wenn die Exporo AG zu einer positiven Bewertung eines Projektentwicklers kommt, wird diesem ein Finanzierungsrahmen von 500.000 bis 10 Millionen Euro, eine moderne Form der Mezzanine- und Fremdkapitalfinanzierung, die Auszahlung des Investitionsbetrages innerhalb von zwei Wochen und eine hohe Marketing-Reichweite zugesichert.

Dass dieser Ansatz des Immobilien-Crowdinvesting funktioniert, zeigt auch die Tatsache, dass das FinTech jüngst drei weitere Objektankäufe in Hannover, Mannheim und Hürth bei Köln getätigt hat. Damit stieg das Volumen der im dritten Quartal 2018 durch die Exporo AM GmbH im Asset Management betreuten Objekte auf rund 52 Millionen Euro. Das Objekt in Hürth verfügt über 55 Wohnungen, 10 Gewerbeeinheiten und 49 Stellplätze. Der Marktführer für digitale Immobilieninvestments teilte mit, dass über die Anleihe-Laufzeit von 10 Jahren mit einer Ausschüttungsrendite von 4,6 Prozent gerechnet wird und die Anleger bei einer Wertsteigerung im Objektverkauf eine zusätzliche Gewinnbeteiligung erhalten. Innerhalb von zwei Tagen nach der Veröffentlichung des Immobilienangebots auf der Internetseite exporo.de sollen schon 5.850.000 Euro und somit 33 Prozent des verfügbaren Fundingvolumens durch Anleger gezeichnet worden sein. „Neben der zur Bank nachrangigen Grundschuld zugunsten der Anleger wird als Sicherheit ein Treuhänder eingeschaltet“, betont die Exporo AG. Bis Ende des Jahres plant sie „weitere Investments im Ankauf. Insgesamt soll das gesamte Volumen auf 100 Millionen Euro bis Ende des Jahres steigen, 2019 werden 350 Millionen Euro avisiert“, heißt es unternehmensseitig.

CEO Simon Brunke richtet den Blick noch weiter in die Zukunft: „In fünf Jahren wollen wir europaweit eine Million digitale Immobilieneigentümer auf Exporo haben. Dieses Thema fasziniert jeden Einzelnen im Team, weil es komplett einzigartig, disruptiv und demokratisch ist.“

Letzte Änderung am Montag, 08 Oktober 2018 18:05
Artikel bewerten
(2 Stimmen)
Angela Prokoph-Schmitt

Angela Prokoph-Schmitt (Jahrgang 1968) ist eine leidenschaftliche Demokratin und im südhessischen Darmstadt aufgewachsen.

Sie ist Mitglied der CSU (Bayern) und der CDU (Hessen). Seit Juni 2017 führt sie auch die Redaktion von BAYERN DEPESCHE.

Webseite: https://www.bayern-depesche.de/show/author/54-angela-prokoph-schmitt.html
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten

TEAM