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Köln/München - Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln hat in einer neuen Studie nachgewiesen, dass immer mehr Deutsche den Spitzensteuersatz in Höhe von 42 Prozent zahlen müssen. Dieser greift schon ab einem zu versteuernden Einkommen von 54.058 Euro und betrifft mittlerweile 4,2 Millionen Personen – das ist etwa jeder elfte der 46 Millionen deutschen Einkommenssteuerzahler.

München - Im Frühjahr hatte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer noch stolz verkündet, dass er sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf die schrittweise Abschaffung des Solidaritätszuschlages von 2019 bis 2029 verständigt habe. Der CSU-Chef sprach von der „größten Steuersenkung aller Zeiten“ und reklamierte diese politische Einigung als persönlichen Erfolg. 2019 läuft der Solidarpakt II zur Förderung der ostdeutschen Länder offiziell aus; damit wird die Weitererhebung desSolidaritätszuschlages politisch und verfassungsrechtlich höchst fragwürdig. Unter Finanzpolitikern war die Versuchung aber schon immer groß, den „Soli“ als Sondersteuer einfach umzuwidmen und zur Einnahmeerzielung unangetastet zu lassen. Alleine in diesem Jahr bringt der Zuschlag dem Fiskus etwa 15 Milliarden Euro ein.

Donnerstag, 05 März 2015 15:03

Union plant schrittweise Rückbau des Soli

in Politik

München - Die Spitze der Union will den Solidaritätszuschlag Schritt für Schritt abbauen. Sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als auch der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sprechen sich dafür aus, den Soli nach 2020 abzubauen. Der Soli wurde im Jahr 1991 als Zuschlag auf die Einkommens- und Körperschaftssteuer eingeführt, um den Aufbau der ehemaligen DDR voranzutreiben. Zuletzt belief er sich auf 5,5 Prozent der Steuerschuld. Im letzten Jahr nahm der Bund darüber 15 Milliarden Euro ein. Künftig soll er möglicherweise wegfallen, wenn es nach der Union geht.

Redaktion