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Panama - Manchen Themen kann man nur noch mit beißender Ironie oder mit ätzendem Sarkasmus begegnen. Paradise Papers. Jährlich grüßt das Murmeltier – wieder einmal wurde ein Steuerskandal aufgedeckt, ähnlich spektakulär und ähnlich umfangreich wie die Panama Papers der Kanzlei Mossack Fonseca im letzten Jahr. Es ging um Korruption, Geldwäsche, illegale Finanzkonstrukte, Steuerhinterziehung, 300.000 Briefkastenfirmen, schwere Kapitalverbrechen und Hunderte von Milliarden Doller nicht gezahlter Steuern.

München - Unmittelbar nach den Enthüllungen zu Zehntausenden Briefkastenfirmen in der Steueroase Panama trat Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) vor die Öffentlichkeit und forderte ein nationales Transparenzregister für finanzielle Auslandsgeschäfte und eine Erweiterung des Geldwäschegesetzes. „Briefkastenfirmen, bei denen die wirtschaftlich Berechtigten anonym bleiben, darf es in Zukunft nicht mehr geben“, sagte Maas in Berlin.

 

München - Nach Erkenntnissen aus den „Panama Papers“ soll auch die skandalumwitterte Bayerische Landesbank für ihre Kunden geheime Briefkastenfirmen in Panama vermittelt und 129 dieser Firmen noch bis in das Jahr 2013 über Luxemburg verwaltet haben. Ludwig Hartmann, Fraktionschef der Grünen im Bayerischen Landtag, bezeichnete das als „verstörend“ und analysierte: „Man muss sich das einmal vorstellen: Ein staatliches Kreditinstitut, beaufsichtigt vom Finanzminister als Chef der Steuerbehörden, vermittelt Briefkastenfirmen und leistet damit Beihilfe zum Steuerbetrug und zur Geldwäsche.“

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