bayern-depesche.de

München - Die bayerische SPD hat es traditionell nicht einfach: In Großstädten ist sie zwar bei Personenwahlen erfolgreich, aber insbesondere auf dem Land kriegt sie keinen Fuß auf den Boden. Lange Zeit war dafür neben der starken Verankerung der CSU in allen sozialen Milieus vor allem der christlich-soziale Kurs der Partei, der in gewisser Weise auch für wirtschaftspolitisch eher linksstehende Wähler attraktiv war.

Schweinfurt - Die bisherige Generalsekretärin der bayerischen SPD, Natascha Kohnen, wurde auf einem Landesparteitag in Schweinfurt mit 88,3 Prozent der Delegiertenstimmen zur neuen Vorsitzenden der bayerischen Sozialdemokratie gewählt. Die Landtagsabgeordnete ist nach Renate Schmidt und Lisa Albrecht die dritte Frau an der Spitze der Bayern-SPD.

München - Bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist am 28. Februar haben sechs Sozialdemokraten ihre Kandidatur als Nachfolger des bayerischen SPD-Chefs Florian Pronold angekündigt. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium hatte Anfang Februar erklärt, sich auf dem Landesparteitag im Mai nicht zur Wiederwahl zu stellen.

München - Anfang Februar gab Florian Pronold bekannt, sein Amt als Landesvorsitzender der nicht gerade erfolgsverwöhnten Bayern-SPD niederzulegen und es an SPD-Generalsekretärin Natascha Kohnen übergeben zu wollen. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium, der die bayerischen Sozialdemokraten seit 2009 führt, wird sich auf dem Landesparteitag im Mai nicht mehr zur Wiederwahl stellen.

München - Die Personaldecke der wenig erfolgsverwöhnten Bayern-SPD war schon immer dünn. In jüngster Zeit nahm die Zahl der politischen Hoffnungsträger in der bayerischen Sozialdemokratie aber noch weiter ab: Im Dezember 2016 legte der Augsburger Abgeordnete Linus Förster sein Landtagsmandat nieder und trat aus der Partei aus, nachdem er wegen des Verdachts auf Besitz kinderpornografischer Schriften verhaftet worden war. Zwei Tage nach Weihnachten verstarb der Memminger Oberbürgermeister Markus Kennerknecht im Alter von nur 46 Jahren überraschend an Herzversagen. Mitte Januar dieses Jahres wurde außerdem der Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs wegen des Verdachts der Bestechlichkeit verhaftet. Bayerns SPD-Landeschef Florian Pronold hat Wolbergs, der immer noch in Untersuchungshaft sitzt, mittlerweile den Parteiaustritt nahegelegt.

München - Würde jetzt ein neuer Bayerischer Landtag gewählt, müsste die SPD mit 14 Prozent der Stimmen rechnen und damit einen neuen historischen Tiefstand verkraften. Bei der letzten Landtagswahl 2013 kamen die Sozialdemokraten noch auf 20,6 Prozent. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Bayerischen Rundfunks.

Regensburg - Am Dienstag durchsuchte die Staatsanwaltschaft Regensburg mit 69 Beamten die Dienst- und Privaträume des Regensburger Oberbürgermeisters Joachim Wolbergs (SPD). Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren wegen Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung im Zusammenhang mit einer möglicherweise illegalen Parteispende. Es besteht der Verdacht, dass Wolbergs als Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Regensburg-Stadtsüden von drei Immobilienunternehmen seit dem Jahr 2013 insgesamt über 500.000 Euro Spendengelder erhalten hat.

TEAM