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München - Die bayerische Staatsregierung strebt eine Änderung des Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes an, um das Schulsystem im Freistaat durchlässiger zu machen und neue Wege zum Medizinstudium zu erschließen. Der Gesetzentwurf wird an diesem Donnerstag im Bildungsausschuss des Bayerischen Landtages beraten.

München - Das Gezerre der Bildungspolitiker um eine acht- oder neunjährige Gymnasialzeit in Bayern geht weiter.

Im Sommer hatte die CSU-Staatsregierung angekündigt, dass künftig jedes bayerische Gymnasium selbst entscheiden solle, ob es die Schüler in acht oder neun Jahren zum Abitur führt oder alternativ beide Varianten anbietet.

München - Laut einer repräsentativen Umfrage des Münchner Umfrageinstituts RIM im Auftrag der SPD-Landtagsfraktion ist der Zuspruch für die verkürzte Gymnasialzeit von acht Jahren in Bayern weiter gesunken. Demnach befürworten nur noch sieben Prozent der Befragten das achtstufige Gymnasium (G8). 37 Prozent bevorzugen das neunstufige Gymnasium (G9), und 21 Prozent finden die Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9 am besten. Unter Befragten mit Abitur findet das G9-Modell mit 55 Prozent übrigens den meisten Anklang.

München - Im Rahmen eines Pilotversuchs der Staatsregierung können sich Schüler an 47 bayerischen Gymnasien für eine um ein Jahr verlängerte Mittelstufe entscheiden. Mit dem Projekt „Mittelstufe Plus“ haben sie de facto die Wahlmöglichkeit zwischen einer acht- und neunjährigen Gymnasialzeit. Bisher haben sich zwei Drittel der Schüler bzw. Eltern für die längere Schulzeit entschieden.

München - Die sogenannte Inklusion – die möglichst vollständige Integration Behinderter in die Lebens- und Arbeitswelt Nicht-Behinderter – schreitet an Bayerns Schulen voran: Ein Viertel aller Kinder mit behinderungsbedingtem Förderbedarf besuchte im Schuljahr 2013/14 eine Regelschule, 2008 waren es 16 Prozent. Trotz dieser Zahlen kritisiert die Bertelsmann-Stiftung die Bildungssituation für Kinder mit Behinderung als unbefriedigend. Laut einer aktuellen Studie bleibt Bayern hinter dem Bundesdurchschnitt zurück. Besonders in weiterführenden Schulen sei Inklusion weiterhin die Ausnahme. Wie im Bund gelte: Je höher die Bildungsstufe, desto geringer die Inklusionschancen. In bayerischen Kitas liegt die Inklusionsquote der Bertelsmann-Studie zufolge bei 41,7 Prozent (Bund: 67 Prozent), in Grundschulen bei 36,7 Prozent (Bund: 46,9 Prozent) und in den weiterführenden Schulen bei 22,6 Prozent (Bund: 29,9 Prozent). Inklusion nach der vierten Klasse finde meist an den Mittelschulen statt, nur ein Zehntel der 6.900 Förderschüler lerne an einer Realschule oder am Gymnasium.

Redaktion