bayern-depesche.de

Freigegeben in Regional

Schleuser wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt

Polizei greift Migranten-Familie auf, die für Schleusung nach Deutschland 24.000 Dollar zahlte

Freitag, 07 Oktober 2016 21:56 geschrieben von  Ralph Eichert

Rosenheim - Am letzten Mittwoch hat die Bundespolizei bei Grenzkontrollen auf der Inntalautobahn zwei Schleuser festgenommen, die in einem Auto eine vierköpfige Familie über die Grenze geschmuggelt haben.

An der Kontrollstelle auf der A 93 bei Kiefersfelden überprüften Bundespolizisten die sechs Insassen eines in Deutschland zugelassenen Autos. Der Fahrer und sein Beifahrer legten einen deutschen „Flüchtlingspass“ vor. Die anderen Personen führten keine Papiere für den beabsichtigten Aufenthalt bei sich. Sie gaben an, aus dem Libanon zu stammen und sehr viel Geld für den Grenzübertritt nach Deutschland gezahlt zu haben. In einer Pressemitteilung der Bundespolizeiinspektion Rosenheim heißt es dazu: „Für die Schleusung nach Deutschland hatte das Familienoberhaupt offenbar 24.000 Dollar gezahlt.“

Nach ersten Erkenntnissen wurde die Familie im italienischen Mailand von den beiden Männern mit dem Auto abgeholt. Wie sich herausstellte, haben die zwei ebenfalls aus dem Libanon stammenden Schleuser einen festen Wohnsitz in Berlin. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen und der Einleitung eines Verfahrens wegen Einschleusens von Ausländern durften die beiden Libanesen die Dienststelle wieder verlassen. Die eingeschleuste Familie wurde nach dem Stellen von Asylanträgen an die zuständige Anlaufstelle für Flüchtlinge überstellt.

Laut Rosenheimer Bundespolizei sind im Grenzabschnitt zwischen Südbayern und Österreich im September rund 20 mutmaßliche Schleuser aufgegriffen und angezeigt worden. In diesem Bereich wurden im vergangenen Monat außerdem etwa 1.400 Migranten erfasst.

Zum Umgang mit den illegal Eingereisten teilt die zuständige Bundespolizeiinspektion mit: „Auch im September wurde beinahe der Hälfte der festgestellten Migranten die Einreise verweigert, da diese nicht über die erforderlichen Einreisevoraussetzungen verfügten und nachvollziehbar kein Interesse an Schutz und Asyl in Deutschland hatten.“

Die Bundespolizeiinspektion Rosenheim ist mit den Bundespolizeirevieren Freilassing, Weilheim, Kempten und Lindau eine der größten Flächeninspektionen Deutschlands. Damit ist sie vom Berchtesgadener Land bis zur Bodenseeregion für bahn- und grenzpolizeiliche Aufgaben zuständig. Im 650 Kilometer langen deutsch-österreichischen Grenzgebiet sollen die nur etwa 550 Mitarbeiter vor allem gegen illegale Migration und Schleusungskriminalität vorgehen.

Artikel bewerten
(24 Stimmen)
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten

TEAM