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Gibt die CSU die Landeshauptstadt auf?

München: Josef Schmids plötzlicher Abgang

Dienstag, 31 Oktober 2017 12:03 geschrieben von 
München: Josef Schmids plötzlicher Abgang Bildquelle: PIXABAY.COM | CC0 Creative Commons

München - Er muss es nicht nur geahnt haben, er hat es gewusst. Josef Schmid, Vizebürgermeister von München gibt die OB-Wahl 2020 verloren. Ein schwerer Schlag für die CSU. In einem Interview mit der Abendzeitung am 25.10. ließ er sich in die Karten schauen, aus denen hervorging, dass sein Abgang beschlossene Sache ist. Josef Schmid weiß, dass er kaum Chancen gegen den populären Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) gehabt hätte.

Wie man hört, soll Schmid Ambitionen haben, in den Landtag zu wechseln, was im Bürgermeisteramt nicht goutiert wird. Dass er hinwirft, wird die politische Arbeit der CSU weiter erschweren, zumal man ihm Schwächen in seiner Personalpolitik unterstellen wird. Schmid hat es versäumt, für kompetenten Nachwuchs zu sorgen, der seine Stadtpolitik hätte nahtlos fortsetzen können.

Ob Manuel Pretzl die richtige „Schuhgröße“ hat, um in Schmids politischen Stiefel zu schlüpfen, darf bezweifelt werden, zumal sie auf dem Prüfstand der SPD nachgemessen wirdPretzl wird den Beweis antreten müssen, denn er ist davon abhängig, dass ihn die SPD nota bene mitwählt. Es ist eher davon auszugehen, dass man das Bündnis platzen lässt, auch wenn es für die CSU und Josef Schmid gute Jahre im Münchner Rathaus waren.

Bei den GRÜNEN munkelt man schon, es gäbe möglicherweise einen Überläufer aus dem Rathaus, zumal ein Brandnest in Sachen Kohle-Bürgerentscheid schwelt. Tatsache bleibt, Schmid ist seit letzter Woche als Bürgermeister geschwächt. Man unterstellt bei den Grünen gar, dass er nicht mehr mit der notwenigen Motivation an seinem Amtssessel sitzen könnte. Es kommen schwere Zeiten auf das Münchner Rathaus zu.

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Claudio Michele Mancini

Claudio Michele Mancini (Jahrgang 1945) ist ein deutsch-italienischer Schriftsteller.

Seit Oktober 2017 schreibt er auch für HESSEN DEPESCHE. In seinen Romanen im Mafia-Milieu greift Mancini reale Kriminalfälle auf, recherchiert Hintergründe vor Ort in Archiven, bei Carabinieri, Staatsanwälten, Richtern, Opfern und Betroffenen.

Bekannte Werke z.B.

  • Infamità. Ullstein, Berlin 2006, ISBN 3-550-08637-7.
  • Finsterland. Holder-Verlag, Winnenden 2003, ISBN 3-9809283-0-6.

 

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