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Ende einer Ära: SPD verliert Oberbürgermeister-Posten in Memmingen

CSU stellt mit Manfred Schilder erstmals seit Jahrzehnten den Oberbürgermeister in Memmingen

Montag, 20 März 2017 22:21 geschrieben von  Axel Frohmeier
Manfred Schilder (CSU) Manfred Schilder (CSU) Quelle: CSU-Kreisverband Memmingen-Stadt

Memmingen - Politischer Paukenschlag im Regierungsbezirk Schwaben: Die CSU kann mit Manfred Schilder zum ersten Mal seit Jahrzehnten den Oberbürgermeister in Memmingen stellen. Nach dem vorläufigen Endergebnis der OB-Wahl erhielt der 59-jährige Christsoziale 51,5 Prozent der Stimmen. Sein SPD-Gegenkandidat Friedrich Zeller erreichte 48,5 Prozent. Schon im Vorfeld war ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem bisherigen Regionalgeschäftsführer der Allgäuer Industrie- und Handelskammer und dem Sozialdemokraten erwartet worden, der früher Landrat von Weilheim-Schongau war.

Die Niederlage des favorisierten SPD-Kandidaten läutet das Ende einer Ära in Memmingen ein. SPD-Mann Ivo Holzinger führte 36 Jahre lang die Geschicke der kreisfreien Stadt und war bei seinem Ausscheiden der dienstälteste Oberbürgermeister Deutschlands. Auch die beiden vorherigen Oberbürgermeister kamen von der SPD.

Holzingers Nachfolger und Parteifreund Markus Kennerknecht war nur 38 Tage im Amt, als er im Dezember letzten Jahres nach einer Herzattacke beim Joggen verstarb.Am 6. November 2016 hatte Kennerknecht die Stichwahl für sich entschieden. Mit Unterstützung der FDP kam er auf 59,2 Prozent der Stimmen; auf den Gegenkandidaten Robert Aures von der CSU entfielen nur 40,8 Prozent. Die Amtsgeschäfte wurden vorübergehend von der Zweiten Bürgermeisterin Margareta Böckh (CSU) übernommen.

Jetzt ist die SPD-Bastion Memmingen gefallen und die CSU kann jubeln, nachdem ihr kommunalpolitisches Fundament durch den Verlust von Rathäusern wie zuletzt in Landshut bröckelte.

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