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Bayerisches Schulsystem soll durchlässiger werden

Staatsregierung will Aufnahme eines Medizinstudiums auch ohne Gymnasialbesuch ermöglichen

Donnerstag, 16 März 2017 07:20 geschrieben von  Anna-Lena Eggert

München - Die bayerische Staatsregierung strebt eine Änderung des Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes an, um das Schulsystem im Freistaat durchlässiger zu machen und neue Wege zum Medizinstudium zu erschließen. Der Gesetzentwurf wird an diesem Donnerstag im Bildungsausschuss des Bayerischen Landtages beraten.

Die Vorlage sieht unter anderem die Einführung der neuen Ausbildungsrichtung „Gesundheit“ an den Beruflichen Oberschulen vor. Schülerinnen und Schüler, die die Beruflichen Oberschulen mit dieser neuen Ausbildungsrichtung erfolgreich durchlaufen, können künftig mit ihrer fachgebundenen Hochschulreife einschlägige Studiengänge aufnehmen.

Der Vorsitzende des Arbeitskreises Bildung und Kultus der CSU-Fraktion, Prof. Dr. Gerhard Waschler, erklärte dazu: „Der Weg zum Medizin-, Zahnmedizin- und Tiermedizinstudium sowie zum Studium der Pharmazie führt künftig nicht allein über das Gymnasium beziehungsweise über die allgemeine Hochschulreife. Er kann vielmehr auch mit einer fachgebundenen Hochschulreife der Ausbildungsrichtung ‚Gesundheit‘ eingeschlagen werden.“

Die Öffnung der medizinischen Studiengänge für Absolventen der neuen Ausbildungsrichtung ist derzeit bis zum Prüfungsjahrgang 2020 befristet.

Der CSU-Abgeordnete Tobias Reiß zeigte sich zufrieden mit dem Gesetzentwurf: „Die nachhaltige Stärkung der Durchlässigkeit im differenzierten Schulwesen ist ein Kernanliegen der CSU-Fraktion. Gerade die Fachober- und Berufsoberschulen tragen wesentlich zur Durchlässigkeit im bayerischen Schulwesen bei.“

Waschler wies darauf hin, dass in Bayern mehr als 40 Prozent der Hochschulzugangsberechtigungen über den beruflichen Weg erworben werden. Die Beruflichen Oberschulen stießen dabei als alternativer Weg zur Hochschulreife auf hohe Akzeptanz.

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