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Satire

SPD kriselt: Kommt nach Schulz-Effekt der Nahles-Defekt?

Mittwoch, 04 Oktober 2017 03:08 geschrieben von 
Andrea Nahles gibt fortan den Kurs der SPD an Andrea Nahles gibt fortan den Kurs der SPD an Quelle: SPD

Berlin - Man reibt sich die Augen, wenn man Andrea Nahles und ihre plötzliche Erleuchtung im aktuellen SPIEGEL-Interview liest, auch wenn der herkömmliche Wähler niemals annehmen würde, dass ihr jemals ein Licht aufgehen könnte. Ihre Verlautbarung muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. „Wenn die SPD Volkspartei sein will, muss sie bei anderen Themen ebenfalls Präsenz zeigen“ und fügt den gewichtigen Satz an: „…Im Zweifel müssen auch Grenzschließungen möglich sein“, denn so Nahles weiter: „Ein Staat muss auch in der Lage sein, Staat zu sein.“ Zwar impliziert diese Formulierung, dass wir seit zwei Jahren gar kein Staat mehr sind und sie deshalb das Wahlprogramm der AFD übernommen hat. Aber wer versteht schon die Nahles und die neue Sozialdemokratie…

Quelle: N24.de
Quelle: N24.de

 

Vielleicht irre ich mich. Kann es sein, dass die neue Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion mit Frauke Petry kummelt? Oder bereitet sie ihren Parteiwechsel zur AFD vor? Eines ist klar: Mächtige werden immer Opfer ihrer macht. Früher oder später. Das galt für Gerhard Schröder, der auf seinem politischen Höhepunkt nur noch seinen Saufkumpanen aus Hannover vertraute. Man sieht ja das Ergebnis. Der kümmerliche Rest seiner sozialdemokratischen Hirnzellen hat er versoffen und gibt sich nun als Aufsichtsratsvorsitzender Rosneft dem kostenlosen Wodka hin.

Auch Helmut Schmidt, klammerte sich bis zur letzten Sekunde an die Macht, bis man ihn entfernte. Weltfremd, beleidigt und frustriert widmete er sich einer neuen Aufgabe. Als Verleger errang er sich plötzlich den Status eines alles überragenden Polit-Denkers, über den die neuen Mächtigen nur noch milde lächelten. Nun ja, der Kohl, Gott hab ihn selig, war auch nicht viel besser. Er stellte Schmidt das Zeugnis völliger Unfähigkeit aus, während Schmidt ihn als Bauerntölpel aus der Pfalz bezeichnete. Beide lagen nicht daneben, so mein Urteil, aber das ist ja Vergangenheit.

Doch kommen wir zurück zu unserer roten Suffragette. Als hätte sie sich einer nächtlichen Gehirnwäsche unterziehen lassen, purzeln plötzlich Sätze über Ihre Lippen, die dem gemeinen Genossen den Angstschweiß auf die Stirn treibt: „Wir sind nicht naiv. Wenn eine Million Menschen zu uns kommen, sind nicht alle nur nett. Und wer sich nicht an die Regeln hält, muss mit harten Konsequenzen rechnen“, so die SPD-Fraktionsvorsitzende. So schnelle Pirouetten können die Genossen in ihrem Hauptquartier gar nicht drehen, ohne völlig aus dem Gleichgewicht zu kommen. Nahles' Wandlung ist nicht nur bemerkenswert, sie hat überdies das Potential, den 20% verirrten Wählern völlige Verblödung zu unterstellen.

Auch Thomas Oppermann, zuverlässiger Vasall von Siggi dem Vorturner und Martin dem Buchdeckel, schlägt plötzlich Töne an, bei denen man glauben könnte, sie haben drei Liter Tinte gesoffen. „Für den Fall, dass es einen „Staatsnotstand“ gebe, müsse die SPD neu überlegen, fabuliert Oppermann plötzlich.“ Übersetzt ins Deutsche heißt das, man überlege, ob man doch mit der CDU koalieren wird. Aber nur ohne Angela, wie man hört. Aha, denke ich mir. Angela ist in den Augen der roten Brut ein zukünftig formulierter Notstand, den es gilt mit maximaler Überzeugungskraft und Grenzschließungen aus der Welt zu schaffen.

Ich wage, wie Herr Lindner, eine spektakuläre Prognose: Schulz, der Maximal-Schleimer wird entmachtet, Nahles schwingt sich zur deutschen Jeanne d’Arc auf und Angela wird mit Hilfe der CSU entmachtet. Gauland wird der neue Vorsitzende und Lucke Fraktionsvorsitzender der SPD. Ich werde das Gefühl nicht los, im politischen Berlin haben sich all jene versammelt, die man in einer Zwangsjacke in die nächste Anstalt einliefern müsste. Immerhin gilt es, Deutschland vor gefährlichen Politikern zu schützen.

Welche Rolle allerdings die Medien in Zukunft spielen werden, ist absehbar. Ich sehe es kommen. Journalisten, Moderatoren werden umgehend neue Töne anschlagen. Sie werden ganz nach dem Motto verfahren: wes Brot ich ess‘, des Lied ich sing… und in Zukunft verbal jeden Einwanderer wieder in sein Gummiboot setzen. Und wehe, ein Gutmensch will das verhindern. Er wird zum Staatsfeind erklärt und aus der Gemeinschaft der Humanisten ausgestoßen. Mal sehen, wie sie das hinkriegen…

Letzte Änderung am Mittwoch, 04 Oktober 2017 03:15
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Claudio Michele Mancini

Claudio Michele Mancini (Jahrgang 1945) ist ein deutsch-italienischer Schriftsteller.

Seit Oktober 2017 schreibt er auch für HESSEN DEPESCHE. In seinen Romanen im Mafia-Milieu greift Mancini reale Kriminalfälle auf, recherchiert Hintergründe vor Ort in Archiven, bei Carabinieri, Staatsanwälten, Richtern, Opfern und Betroffenen.

Bekannte Werke z.B.

  • Infamità. Ullstein, Berlin 2006, ISBN 3-550-08637-7.
  • Finsterland. Holder-Verlag, Winnenden 2003, ISBN 3-9809283-0-6.

 

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