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Zupackender Betriebsrat kämpft gegen Leiharbeitsverhältnisse

Roland Magerl ist das soziale Gewissen der AfD in der Oberpfalz

Montag, 08 Oktober 2018 16:40 geschrieben von 
Angela Prokoph (BAYERN DEPESCHE) und Roland Magerl Angela Prokoph (BAYERN DEPESCHE) und Roland Magerl Quelle: Angela Prokoph

Regensburg - Unter dem Motto "sozial - kompetent - standhaft" wirbt Roland Magerl für die Erst- und Zweitstimme der Wähler aus der Oberpfalz zur bayerischen Landtagswahl 2018. Magerl ist Spitzenkandidat der AfD Oberpfalz.

Roland Magerl (45 Jahre alt ) ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er sagt von sich selbst, dass er bodenständig, sozial und heimatverbunden ist. Und in der Tat, wenn man seine Vita betrachtet und mit ihm spricht, kann man zu keinem anderen Schluss kommen.
Magerl ist Energieelektroniker und bei einem der größten Maschinenbauunternehmen in seiner Region beschäftigt. Seit 2002 engagiert er sich im Betriebsrat für die Rechte der Arbeitnehmer, dessen Vorsitzender er seit 2010 ist.
Auch privat engagiert sich Magerl für das Allgemeinwohl. Seit 2010 ist er ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht in Regensburg und übt ehrenamtlich im Rettungsdienst den Beruf des Sanitäters aus. Man merkt ihm an, dass ihm das Wohl der Menschen wichtig ist.

Seit 2013 engagiert er sich in der AfD und ist Mitbegründer des Kreisverbandes Weiden, dessen Vorsitz er auch inne hat.

BAYERN DEPESCHE: Herr Magerl, Sie engagieren sich für die AfD in der Oberpfalz. Welche Themen sind Ihnen besonders wichtig?

Roland Magerl: Ich möchte, dass die Pflegeberufe gestärkt werden. Der Patient muss wieder im Mittelpunkt als Mensch wahrgenommen werden und nicht ein getakteter Arbeitsprozess. Die Attraktivität der Pflegeberufe muss insgesamt deutlich gestärkt werden, durch bessere Bezahlung und der Verbesserung des Pflegeschlüssels. Auch muss die Politik endlich die rechtlichen Grundlagen für die Pflege zu Hause an dem Bedarf und der Realität der ambulanten Pflege anpassen, damit hier keine Konflikte mit dem Gesetz bestehen.

Zudem möchte ich mich für die gerechte Bezahlung von Rettungssanitätern einsetzen. Rettungsmitarbeiter sind Teil der öffentlichen Ordnung. Daher sind diese auch nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes zu entlohnen. Haustarife von Wohltätigkeitsverbänden zur Gewinnmaximierung sind nicht hinnehmbar.
Damit bei den Rettungsdiensten der Fachkräftemangel nicht noch weiter Einzug hält, müssen wir hier gegenlenken. Die Notfallversorgung muss gewährleistet werden. Denn ein Notfall kann uns alle treffen. Auch das Thema Sicherheit für die Einsatzkräfte ist mir natürlich wichtig.

BAYERN DEPESCHE: Sie sind selbst als Rettungssanitäter im Einsatz, sehen Sie die Sicherheit der Rettungskräfte als gefährdet an?

Roland Magerl: Ja leider ist das so. Übergriffe auf Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste sind ohne jegliche Ausnahme mit der vollen Härte des Gesetzgebers zu bestrafen. Es kann nicht sein, dass Alkohol oder der Missbrauch von Drogen als Gründe gelten, um sich einer Strafe zu entziehen.

BAYERN DEPESCHE: Herr Magerl, die illegale Einwanderung ist für die AfD ein zentrales Thema. Wie stehen Sie dazu?

Roland Magerl: Einer völlig unkontrollierten Einwanderung in unsere Sozialsysteme muss dringend Einhalt geboten werden. Zum Schutzstatus für tatsächliche Flüchtlinge stehe ich. Unkontrollierte Armutsmigration lehne ich ab.

BAYERN DEPESCHE: Als Betriebsratsvorsitzender eines Weltmarktführers haben sie als AfD-Mitglied doch sicher mit der Gewerkschaft gegen viele Vorbehalte zu kämpfen, oder?

Roland Magerl: Keine Frage. Natürlich hat man hier versucht Stimmung gegen mein politisches Engagement zu machen. Die Regel im Gewerkschaftsleben ist noch immer eine Vorliebe für SPD oder Grüne. Mein mir ist das anders. Aber bei der letzten Wahl zum Betriebsrat wurde ich mit 77 prozentiger (!) Zustimmung der Arbeitnehmer wieder gewählt. Hier stehe eben ich und meine erfolgreiche Arbeit im Unternehmen und nicht meine Parteizugehörigkeit im Vordergrund. Dieses Vertrauen hat mich sehr gefreut.

BAYERN DEPESCHE: Welche Themen liegen Ihnen als Arbeitnehmer und Betriebsratsvorsitzender besonders am Herzen?

Roland Magerl: Natürlich ist mir bewusst, dass ein Weltmarktunternehmen im Wettbewerb um Angebot und Nachfrage steht. Dennoch verzeichnen die Arbeitnehmer seit 2002 einen Reallohnverlust, trotz tariflicher Lohnerhöhung.
Deshalb bin ich gegen die Ausweitung der Leiharbeit. Leiharbeit muss ein Instrument zur Überbrückung von Auftragsspitzen sein, Leiharbeit darf aber kein Mittel für Lohndumping darstellen.

BAYERN DEPESCHE: Sind das nicht eher Themen der klassischen Linken?

Roland Magerl: Auf gar keinen Fall! Die AfD steht für Rechtsstaatlichkeit, aber auch für eine Politik des gesunden Menschenverstandes. Wir sind eine Partei für alle, die wertkonservativ sind. Aber wir kämpfen auch dafür, Bayern wieder sicherer und stärker zu machen.

BAYERN DEPESCHE: Danke Herr Magerl für das Gespräch.

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Angela Prokoph-Schmitt

Angela Prokoph-Schmitt (Jahrgang 1968) ist eine leidenschaftliche Demokratin und im südhessischen Darmstadt aufgewachsen.

Sie ist Mitglied der CSU (Bayern) und der CDU (Hessen). Seit Juni 2017 führt sie auch die Redaktion von BAYERN DEPESCHE.

Webseite: https://www.bayern-depesche.de/show/author/54-angela-prokoph-schmitt.html
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