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"Mut zur Wahrheit"

Petrys Verzicht auf Spitzenkandidatur heizt Debatte in AfD an

Donnerstag, 20 April 2017 20:49 geschrieben von 
Frauke Petry, AfD Frauke Petry, AfD Quelle: AfD

Köln - In einer Videobotschaft zum Kölner Parteitag auf ihrer Facebook Seite erklärt Frauke Petry um „alle Spekulationen auszuräumen“ nicht als Spitzenkandidatin oder als Kandidatin für ein Spitzenteam für den Bundestagswahlkampf zur Verfügung zu stehen.

Im Vorfeld hatte sich bereits die Basis mehrheitlich in einer online Umfrage für ein Spitzenteam und nicht für eine Spitzenkandidatur ausgesprochen. Ein Vorschlag zur Bildung eines Spitzenteams scheiterte jedoch. 

Wie jetzt auch in der Videobotschaft hat Petry keinen Hehl daraus gemacht, dass sie von einem Spitzenteam wenig hält und als negatives Beispiel für ein Scheitern eines Teams im Wahlkampf auf die SPD-Troika aus Schröder, Lafontaine und Scharping verwiesen. Ein von Uwe Junge (Landes- und Fraktionschef in Rheinland-Pfalz) eingereichter Antrag, „der Parteitag möge über den oder die Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl beraten“, hat auch deshalb die Vermutung geschürt, Petry wolle am Kölner Parteitag eine Entscheidung für sich als Spitzenkandidatin herbeiführen. Diese Vermutung heizte Petry zugleich mit einem gestellten „Zukunftsantrag“ an, in dem sie eine Entscheidung zwischen einer „Fundamentaloppositionellen Strategie“ und einer „Realpolitischen Strategie“ vom Parteitag fordert. Dabei äußert sich Petry dahingehend, dass das Image der AfD derzeit von der „Fundamentaloppositionellen Strategie“ dominiert werde und verweist zugleich auf Äußerungen einiger Mitglieder, die immer wieder die realpolitischen Bemühungen in der Außendarstellung der AfD beschädigen und das Wählerpotential verschrecken.

Es ist letztlich eine Fortsetzung der Auseinandersetzung mit den Höcke-Unterstützern, die wie Petry glaubt, die Koalitionsfähigkeit der AfD behindern. 

Der Verzicht auf eine Spitzenkandidatur kurz vor dem Parteitag deutet darauf hin, dass Frauke Petry selbst die Aussichtslosigkeit ihres Vorhabens bemerkt hat. Taktisch ist es deshalb klug, das Thema Spitzenkandidatur als „Phantomthema“ zu bezeichnen und sich auch einem Spitzenteam zu verweigern. Denn damit bleibt Petry als Vorsitzende eine wichtige Figur im Wahlkampf und entgeht einer parteiinternen Niederlage. 

Allerdings zeigt sich auch deutlich der interne Machtverlust der Frauke Petry, die sich schnell eine koalitionsfähige AfD wünscht, eine AfD die sich den etablierten Parteien anpasst. Ihr „Zukunftsantrag“ der strategischen Ausrichtung dürfte deshalb ebenfalls auf wenig Gegenliebe am Parteitag stoßen. Denn die von Petry gewünschte „strategisch realpolitische“ Darstellung der AfD nach außen, widerspricht gerade dem Motto der AfD „Mut zur Wahrheit“, mit dem die Zensur im politisch rhetorischen Bereich durch die politische Korrektheit beseitigt bzw. durchbrochen werden soll. 

Die AfD lebt als Protestpartei von Tabubrüchen.

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Josef Mühlbauer

Dipl. Kfm. Josef Mühlbauer, München

Vita: Nach dem Abitur folgte ein Studium der Wirtschaftswissenschaft und der Rechtswissenschaft  an der Uni München. Mit dem Abschluss Diplom Kaufmann und in Jura dem ersten und zweiten Staatsexamen mit Referendars-Ausbildung hat er seine Universitätszeit abgeschlossen. Danach war Josef Mühlbauer als Vorstandsassistent und dann Leiter Recht und Finanzen in einer großen Aktiengesellschaft tätig.

Dem folgte eine Zeit als freiberuflicher Rechtsanwalt und freier Unternehmensberater in einer Beratungsfirma. Später war Josef Mühlbauer für größere Firmen zuständig.

Zuletzt engagierte er sich im gemeinnützigen Bereich im Rahmen politischer Bildung und gilt als ausgewiesener Spezialist insbesondere für Parteienforschung und Parteienfinanzierung.

Webseite: www.bayern-depesche.de/show/author/52-josef-mühlbauer.html
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