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„Sebastian Kurz ist ein Rockstar – ich bin ein großer Fan“

Neuer US-Botschafter Richard Grenell mit indirekter Ohrfeige für Angela Merkel

Dienstag, 05 Juni 2018 14:20 geschrieben von 
Bundeskanzler Sebastian Kurz Bundeskanzler Sebastian Kurz Quelle: ÖVP

Berlin – Angela Merkel, gerade auf Konfliktkurs mit Russland, USA, Großbritannien, Österreich, Ungarn, Italien, Israel, Polen usw. gilt außerhalb der Grenzen der Bundesrepublik nicht mehr viel. Der neue Botschafter der USA in Berlin, Richard Grenell, hat sich in einem Interview mit der amerikanischen Nachrichtenseite „Breitbart“ als Anhänger von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) geoutet. Damit verteilte er indirekt auch eine schallende Ohrfeige der deutschen Kanzlerin.

Er empfinde „großen Respekt und Bewunderung“ für den österreichischen Regierungschef, erklärte Grenell. Sebastian Kurz sei ein „Rockstar“, so der US-Botschafter. „Ich bin ein großer Fan.“

Grenell deutet nach den Wahlen in Österreich, Italien und zuletzt in Slowenien, wo Kräfte des Mitte-Rechts-Spektrums als Sieger hervorgingen, eine politische Zeitenwende an. „Es gibt eine Menge Konservative überall in Europa, die mich kontaktiert und mir gesagt haben, dass sie das Gefühl haben: Hier findet eine Wiederauferstehung statt.“ Die Politik der Linken bezeichnete er als „gescheitert“.

Die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA habe „Individuen und Völker darin bestärkt zu sagen, dass sie es nicht erlauben können, dass die politische Klasse schon vor der Wahl bestimmt, wer gewinnen wird und wer überhaupt aufgestellt werden darf“.

Erfolg verspreche – in den USA ebenso wie in Europa – eine politische Agenda, die „konsistent konservative“ Themen in den Mittelpunkt rücke und sich zur Aufgabe setze, das Leben der einfachen, hart arbeitendenMenschen zu verbessern. Grenell sprach von einer„schweigenden Mehrheit“, der man wieder eine politische Stimme geben müsse. Als Kernthemen der neuen konservativen Bewegung nannte er Migration, Steuererleichterungen und Bürokratieabbau.

Man sei nun an einem historischen Wendepunkt angelangt, glaubt Grenell. „Das ist ein mächtiger Moment, wenn man die Fähigkeit [der Menschen] spürt, die Einheitsdenke einer kleinen Elite zu durchschauen, die dir sagt, dass du keine Chance hast zu gewinnenund dass du nie gewinnen wirst“, so der US-Botschafter gegenüber „Breitbart“. Diese Überheblichkeit der seit Jahrzehnten an der Macht befindlichen Kreise beginneallmählich zu schwinden.

Das von Heiko Maaß (SPD) geführte Auswärtige Amt reagierte verschnupft auf die Äußerungen des US-Botschafters bei „Breitbart“ und verlangt nach Medienberichten „detaillierte Auskunft über seine Zitate“. Ein Sprecher des Außenministeriums in Berlin erklärte: „Wir haben die US-Seite um Aufklärung gebeten, ob die Äußerungen tatsächlich in der Form so gefallen sind, wie sie wiedergegeben wurden.“

Unterdessen wurde bekannt, dass Grenell den „Rockstar“ Sebastian Kurz für nächste Woche zu einem Mittagessen in seine Residenz in Berlin-Dahlem eingeladen hat. Österreichs Bundeskanzler hält sich am 12. und 13. Juni zu Gesprächen in der deutschen Hauptstadt auf und wird dabei unter anderem mit seiner Amtskollegin Angela Merkel (CDU) zusammentreffen. Zum Dinner bei Grenell sind auch hochrangige Repräsentanten der Bundesrepublik geladen.

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Angela Prokoph-Schmitt

Angela Prokoph-Schmitt (Jahrgang 1968) ist eine leidenschaftliche Demokratin und im südhessischen Darmstadt aufgewachsen.

Sie ist Mitglied der CSU (Bayern) und der CDU (Hessen). Seit Juni 2017 führt sie auch die Redaktion von BAYERN DEPESCHE.

Webseite: https://www.bayern-depesche.de/show/author/54-angela-prokoph-schmitt.html
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