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Das ist die Frage:

Merkeldämmerung?

Montag, 20 November 2017 07:06 geschrieben von 
Merkeldämmerung? Quelle: CDU | HESSEN DEPESCHE

Berlin - Die FAZ publizierte am Freitag einen interessanten Artikel, genauer gesagt ein Interview von Wolfgang Streek, „Direktor emeritus“ des Max-Planck-Institutes für Gesellschaftsforschung in Köln, in der er sagte, Zitat: „Die Ära Merkel geht zu Ende.“ Zum Glück. Ihr sinnentleerter Machterhalt, bei der jedes Mittel recht scheint, steht exemplarisch für einen profilneurotischen Allmachtsanspruch. Nicht anders ist auch der geradezu zwanghaft geführte Sondierungswahnsinn zur Bildung einer Regierung zu erklären, der auf Biegen und Brechen durchgezogen wird. An dessen Ende droht dem Bürger Stillstand, Frustration und Abkehr von der Politik.

In der Tat, eine Trendwende hat sich angebahnt und das ist gut so. Dass die Feststellung des von mir sehr geschätzten Wolfgang Streek Hand und Fuß hat, bestätigt ein deutliches Indiz. Laut Focus wünschen sich seit Donnerstag mehr als 80 Prozent der Menschen den Abbruch der Verhandlungen. Diesen Trend bestätigt überraschenderweise sogar die FAZ.

Was Streek seinen Lesern vorhielt, ist nicht von schlechten Eltern. Insbesondere den Eliten unserer Gesellschaft bescheinigt er dabei eine moralische Verwahrlosung. Sie haben sich freiwillig in einem Maß gleichgeschaltet und einer Kanzlerin unterworfen, wie es nur in totalitären Systemen möglich ist. Merkel und ihre willfährigen Helfer haben über lange Zeit, beinahe "un-merklich" eine der „wichtigsten ethisch-moralischen Ressourcen“ des Landes dermaßen ausgebeutet, dass nun das gesellschaftliche Pendel mit Wucht zurückschlägt. Parteien wie die AFD werden in Zukunft mächtige Zugewinne haben. Merkel hat das Erschrecken und die sorgsam gepflegte "Generalschuld" vor historischen Verbrechen zu Zwecken politischer Machterhaltung um den Preis einer Trivialisierung von Faschismus und Rassismus missbraucht, das liegt auf der Hand.

Merkel wird die Quittung erhalten, zumal es bei den Sondierungsverhandlungen längst nicht mehr auf sie ankommt. Sie wird Spielball der Selbstzwänge von Parteien, die sich nicht mehr sicher sein können, wie ihre Wähler reagieren, sollte eine Koalition zustande kommen. So oder so, die neue Regierung dürfte zur Zerreißprobe für alle werden. Das öffentliche Statement des Herrn Büttighofer heute Mittag im Twitter beweist exemplarisch, wie weit es mit unserem Land und unseren Polit-Eliten gekommen ist.

Zitat: „Ich möchte das Prinzip der Ordnung nicht dem Humanismus unterordnen.“ Alle Wetter. Einer unserer Politiker nimmt also die ungeordnete Masseneinwanderung von Migranten in unser Land in Kauf, in dem die Ordnung eine der Grundpfeiler unseres sozialen Zusammenlebens ist. Übersetzt heißt das: Mir sind Ordnungsprinzipien scheißegal! Schon die Tatsache, Begriffe wie Humanismus und Ordnung zu korrelieren, ist die unterste Schublade verunglückten Denkvermögens. Ich nenne das "pervertiertes Humanverhalten", das die Selbsterhaltung durch das künstliche Produzieren eines schlechten Gewissens und die explizite Indoktrinierung zur Verpflichtung, jedes vernünftiges Verhalten unterminiert. Die erst in jüngster Zeit viel kritisierte Willkommenskultur ist der schmerzhafte Beweis für eine völlig verfehlte Flüchtlingspolitik. Sie hat zur Spaltung beigetragen. Perfide ist noch untertrieben.

Für solche Sätze müsste man die gesamte grüne Mischpoke zum Teufel jagen, zumal solche Verlautbarung ganz sicher keine unabgestimmten Alleingänge sind. Sie zeigen eine Geisteshaltung. Mit diesen Leuten zu verhandeln heißt für mich, das Land zu verraten. Wir alle müssen uns aber auch fragen lassen, wie es passieren konnte, dass Verbände, Medien, Industrie und Journalisten kritiklos einer Führungsfigur hinterher hechelten und Andersdenkende mit Methoden bekämpft haben, wenn sie alle um unsere damaligen, totalitären Diktaturen und deren Ende wussten. Die Siegermächte haben uns die Demokratie geschenkt, die Frau Merkel und Konsorten sukzessive verspielt haben. Auf diese Weise ruiniert man das kümmerliche „Restansehen“ aller Politiker.

Morgen werden diese Demokratie-Vernichter auf die Balkone treten und etwas präsentieren müssen. Der Herr möge uns davor bewahren, dass es nicht nur um Jobs, Dienstwagen und unanständige Versorgungen ging, aber das wird wohl ein frommer Wunsch bleiben, denn ob es Merkel wirklich dämmert, da sind höchste Zweifel angesagt. Uns, dem Bürger wird eine Aufgabe gestellt. Die Rückeroberung der Demokratie und die Autonomie unseres Landes.

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Claudio Michele Mancini

Claudio Michele Mancini (Jahrgang 1945) ist ein deutsch-italienischer Schriftsteller.

Seit Oktober 2017 schreibt er auch für HESSEN DEPESCHE. In seinen Romanen im Mafia-Milieu greift Mancini reale Kriminalfälle auf, recherchiert Hintergründe vor Ort in Archiven, bei Carabinieri, Staatsanwälten, Richtern, Opfern und Betroffenen.

Bekannte Werke z.B.

  • Infamità. Ullstein, Berlin 2006, ISBN 3-550-08637-7.
  • Finsterland. Holder-Verlag, Winnenden 2003, ISBN 3-9809283-0-6.

 

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