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Österreichs Freiheitliche lehnen Antisemitismus in jeglicher Form ab

Johann Gudenus (FPÖ) fordert Videoüberwachung für jüdischen Teil des Wiener Zentralfriedhofs

Donnerstag, 16 März 2017 07:36 geschrieben von  Johann W. Petersen
Der Wiener Vizebürgermeister Johann Gudenus (FPÖ) Der Wiener Vizebürgermeister Johann Gudenus (FPÖ) Quelle: FPÖ Wien

Wien – Der Wiener Vizebürgermeister Johann Gudenus (FPÖ) fordert aufgrund der Häufung von Schmierereien und Vandalismus eine Videoüberwachung des jüdischen Teils des Zentralfriedhofs. Nach einem gemeinsamen Besuch der Begräbnisstätten mit FPÖ-Nationalrat David Lasar erklärte Gudenus: „Antisemitismus, Schmierereien oder hässliche Parolen – von wem auch immer – haben bei uns nichts zu suchen.“ Als Vizebürgermeister sei er auch „für die Interessen der jüdischen Mitbürger gerne Ansprechpartner“, betonte der freiheitliche Politiker. Darüber hinaus will sich Gudenus im Wiener Gemeinderat für eine rasche Sanierung des jüdischen Friedhofs in Währing einsetzen, der aufgrund seiner Baufälligkeit derzeit nur eingeschränkt betreten werden kann.

Das Engagement des Wiener Vizebürgermeisters dürfte im Zusammenhang mit den Bemühungen der FPÖ-Führung stehen, zu Antisemitismus in jeglicher Form auf Distanz zu gehen, auch wenn sie unter dem Deckmantel vermeintlicher „Israelkritik“ daherkommt. In Wien fand erst vor wenigen Monaten eine in Wien eine von den Freiheitlichen veranstaltete Podiumsdiskussion zum Thema „Haben wir aus der Geschichte gelernt? Neuer Antisemitismus in Europa“ statt, zu der auch Vertreter der israelischen Botschaft als Gäste erschienen waren. Dabei ging es auch um Antisemitismus unter muslimischen Zuwanderern.

Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) in Wien steht dieser Linie der FPÖ – die auch von ihren europäischen Partnern, etwa dem Front National von Marine Le Pen und der PVV des Islamkritikers Geert Wilders, vertreten wird – weiterhin skeptisch gegenüber. Der Präsident der Wiener IKG, Oskar Deutsch, sprach sich erst vor kurzem abermals gegen eine Zusammenarbeit mit der FPÖ aus. Nach Israel pflegen die Freiheitlichen inzwischen gute Kontakte.

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