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DGB will mit „Reformkonzept Minijob“ Lösungsvorschläge unterbreiten

In Bayern mehr als 84.000 Menschen trotz Arbeit auf Hartz IV angewiesen

Dienstag, 31 Januar 2017 23:27 geschrieben von  Axel Frohmeier
In Bayern mehr als 84.000 Menschen trotz Arbeit auf Hartz IV angewiesen Quelle: DGB Bayern

München - In Bayern sind derzeit 84.152 Menschen trotz Arbeit zusätzlich auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen. 28.070 Personen davon sind als Minijobber ausschließlich geringfügig beschäftigt. Das geht aus den aktuellen Arbeitsmarktzahlen hervor.

Matthias Jena, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Bayern, nennt es untragbar, dass so viele Menschen trotz der guten Wirtschaftslage im Freistaat von ihrer Arbeit nicht leben könnten. „Ein besonderes Problem stellen Minijobs dar. Der Minijob ist keine Brücke in reguläre Beschäftigung, sondern ein Armutsrisiko“, betont er. Besonders für Frauen nach der Familienphase, die den Wiedereinstieg in sozialversicherte Arbeit suchen, werde der Minijob häufig zur Sackgasse. 

Minijobs bieten aus Sicht des DGB keine ausreichende Perspektive auf Qualifizierung und beruflichen Aufstieg, da bei geringfügiger Beschäftigung keine oder nur eingeschränkte Ansprüche für die gesetzliche Sozialversicherung erworben werden. 

„Die bayerischen Jobcenter müssen sich daher dringend stärker für die Beschäftigten im Leistungsbezug engagieren“, fordert Matthias Jena. „Wer sich in einer beruflichen Einbahnstraße befindet, braucht mehr Unterstützung statt Druck und Sanktionen. Dazu sind mehr Angebote der aktiven Arbeitsmarktpolitik nötig. Insbesondere der beruflichen Qualifizierung muss eine zentrale Rolle zukommen.“ 

Dem bayerischen DGB zufolge zeigen Studien, dass viele Menschen in Minijobs gerne mehr arbeiten würden. Ziel müsse es deshalb sein, dass mehr Minijobs in sozialversicherte Arbeit umgewandelt werden. Mit seinem „Reformkonzept Minijob“ will der DGB hierfür Lösungsvorschläge unterbreiten. 

Zum Jahresbeginn 2015 wurden in Deutschland rund 100.000 Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umgewandelt. Bayerns oberster Gewerkschafter sagt dazu: „Das ist ein positiver Effekt des Mindestlohns. Aber auch die Jobcenter sind in der Pflicht, sich stärker um Aufstocker zu kümmern. Arbeit muss vor Armut schützen, und da gibt es noch einiges zu tun.“

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