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Denken und streiten erlaubt!

Grenzenloses Moralin - das Gift für unsere Gesellschaft

Sonntag, 01 Juli 2018 19:01 geschrieben von 
Angela Prokoph und Claudio Michele Mancini Angela Prokoph und Claudio Michele Mancini Quelle: HESSEN DEPESCHE

Wieviele Links- und Rechtsradikale sollen in Deutschland noch produziert werden, damit in diesem Land wieder eine Streit- und Debattenkultur zulässig wird, die dieses Land und damit Europa nicht wieder spaltet?

Die Mitte der Gesellschaft wird weiter auseinandergerissen, damit die Ränder ihr vermeintliches Recht ihrer einzigen gültigen Wahrheit bestätigt sehen. Im Sommer 2015 hatte Deutschland in einer durchaus anzuerkennenden Bereitschaft der Hilfe Menschen, unter dem Eindruck vom syrischen Bürgerkrieg, solidarisch Asyl zu gewähren, nach Europa gelassen. Die Hilfsbereitschaft und Empathie für die Opfer des Krieges war „grenzenlos“.
Die damals warnenden Kritiker dieser unreflektierten Willkommenskultur wurden mit dem Vorwurf des Pessimismus oder des vermeintlichen „Ausländerfeindes, Nazis per se“ mundtot gemacht. Jede eigene Identität oder der Wunsch danach war ekelhafter Patriotismus und latentem Nationalismus gleichgesetzt. Wer nicht mitjubelte war Nazi und musste als solcher mit Diffamierung und schlimmstenfalls mit öffentlicher Denunzierung und Ausgrenzung rechnen!

Jeder Kritiker wurde von einer gewaltigen Pressemacht gemaßregelt und notwendigerweise geächtet.

Ich selbst durfte im letzten Jahr erfahren, wie gegen mich in öffentlichen Medien eine Hatz veranstaltet wurde, um unser demokratisches Verständnis, über die aufkommende AfD öffentlich zu berichten, als rechtsradikal zu diskreditieren.

Obwohl man mich als Bürgermeisterkandidatin der Stadt Seligenstadt kannte, bei der ich mich selbst gemeinsam mit Kirchenmitgliedern für ertrunkene Flüchtlinge solidarisch in einer Mahnwache beteiligte, obwohl ich mich als jahrzehntelanges CSU-Mitglied zwar durchaus konservativ, aber eher als liberal einzuschätzen vermochte, mein demokratisches Verständnis für eine offene Berichterstattung auch über die AfD ging der Presse des Hessischen Rundfunkes (hr) und der SPD nahen Presse des Landes dann doch zu weit.

Als ich im Januar 2017 die Geschäftsführung der HESSEN DEPESCHE übernahm, wurde ich verantwortlich gemacht für die Berichtserstattung aus dem Jahr 2015. Man rieb sich vor allem an einem Bericht eines veröffentlichen Artikels eines der NPD nahen Publizisten aus den Jahr 2015 in der SACHSEN DEPESCHE. Tatsächlich nichts was meine Zustimmung gefunden hätte, aber ich hatte es nun einmal nicht zu verantworten. Dies war aber der Presse keinerlei Differenzierung wert, denn man wollte ja nun einen unliebsamen medialen Gegner ausgrenzen und diffamieren.

Insbesondere die SPD Mainhausen hatte sich wohl alter Seilschaften bedient, um einen Kritiker ihrer kaum diskutierten Baugeschäfte in der Gemeinde Mainhausen unglaubwürdig zu machen. So geht das. „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ eine Pflichtlektüre in meiner Schulzeit, hatte mich heimgesucht und ich durfte den Shitstorm einer vermeintlich unabhängigen Presse, die dann noch unkritisch voneinander abschrieb, am eigenen Leib erfahren.

Selbst meine Kinder wurden in gesellschaftliche Sippenhaft genommen und bedroht. Man warf mir vor, ich habe unkritisch über die AfD berichtet. Ich habe bis dahin geglaubt, die AfD sei eine demokratisch legitimierte Partei und als demokratische Journalistin wollte ich den Abgeordneten und Kandidaten aller Parteien die Möglichkeit geben, ihre Standpunkte offen darzulegen. Doch da hatte ich die Rechnung vermutlich ohne die SPD gemacht!

Deren demokratisches Verständnis hatte nämlich Grenzen und so wurden alle Register gezogen, mich vermutlich unglaubwürdig und mundtot zu machen.

Entfesselt lernte ich die neue, mediale Demokratur kennen. Ich bereue nicht die AfD und deren Kandidaten kennengelernt zu haben. Vielfach habe ich tatsächlich sehr vernünftige und nachvollziehbare Argumente gehört. Viele haben selbst Migrationshintergrund und wie könnte ich jemandem, der im Islam aufgewachsen ist und vor islamistischen Regimen geflohen ist, einen zu kritischen Blick auf den Islam vorwerfen? Wie kann ich jemand Intoleranz vorwerfen, der wegen Verfolgung vor dem Islam unter Staatsschutz steht ?

Wenn vermehrte „Einzelfälle“ von Vergewaltigungen, Mädchenmorden und religiös motivierten Anschlägen zum Kollateralschaden einer unkontrollierten Zuwanderungspolitik abgetan werden, anstatt die Form der Zuwanderung endlich zu hinterfragen, dann ist offensichtlich den öffentlichen Medien der eigene unkritische Blick, der Realismus dieser unkontrollierten Zuwanderung, abhanden gekommen. Ich bezweifle, dass die Mehrheit der Kritiker von Zuwanderung gegen Zuwanderung sind, sondern vielmehr geht es um zwei wesentliche Punkte in diesem Migrationsdebakel:

Zum einen kommen nach wie vor die Masse an Menschen ohne Papiere, also ohne Identitätsnachweis in Europa an. Selbst wenn Fingerabdrücke genommen werden, sagt dies nichts darüber aus, aus welchem Land , mit welchem Alter und mit welcher Vergangenheit jemand hier einreist. Jeder Migrant kann sich hier seine Vita selbst zusammenbauen und muss weder für Name, Staatsangehörigkeit, Alter und Qualifikation einen Nachweis erbringen.

Zum anderen ist kein glaubwürdiges Konzept für Integration und auch Assimilation in unser humanistisches Wertesystem vorhanden. Dies hat sich auch unter dem Eindruck von Terroranschlägen, Morden und Mehrfachidentitäten nicht geändert. Eine Kontrolle findet auch drei Jahre nach der Grenzöffnung nicht statt. Im Gegenteil, nachdem diese Grenzöffnung unter dem Eindruck des Syrienkrieges legitim erschien, kommen nun überwiegend afrikanische Migranten, die keineswegs mehrheitlich asylberechtigt sind. Wer will bestreiten, dass Deutschland begrenzt leistungsfähig ist, um diesen wirtschaftlichen Migrationsdruck dauerhaft zu finanzieren?

Nun könnte man sagen, wir brauchen junge Menschen, damit wir unseren wirtschaftlich und sozialen demographischen Probleme entgegensteuern. Dies kann aber nur gelingen, wenn wir die Werte durchsetzen, die zu diesem wirtschaftlichen Erfolg auch beigetragen haben. Zum Erhalt unserer demokratischen Freiheit gehören auch Pflichten und nicht nur Rechte.

Der wirtschaftliche Erfolg ist untrennbar mit der sozialen freien Marktwirtschaft und dem Verständnis für Gleichberechtigung und Disziplin und Bildung verbunden. Wer den Verdienst dieser Werte benutzt, um Menschen zu finanzieren, die diese Werte unterwandern, ausbeuten und abschaffen wollen, der gräbt sich selbst und diesem erfolgreichen und freien Land den Ast ab auf dem er selbst sitzt. Ich bezweifle, dass die Mehrheit der Kritiker zur neuen Rechten mutiert ist, ich bin vielmehr überzeugt, die Mehrheit ist weder ausländerfeindlich noch nationalistisch, sondern vielmehr einfach nur realistisch.

Jeder Raum und jede Gesellschaft hat Grenzen.

Deutschland und Europa hat längst die Grenze der Solidarität erreicht und sollte aufhören, ein verantwortungsloses Auffanglager für wirtschaftliche Migration von Menschen zu sein, deren politischen Ziele ein neue religiöser Umbruch jenseits unserer humanistischen Werte ist und die wenig bereit sind, die Errungenschaften der freien, westlichen Welt zu leben.

Wir tun gut daran, zurückzukehren zur Disziplin und Wertekultur, anstatt uns in machtpolitischem, ideologischem Gezänk in links und rechts aufspalten zu lassen.

Wer weiterhin der Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel zustimmt, der wird in einem gespaltenen Europa aufwachen und die Gräben der Unvernunft teuer bezahlen!

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Angela Prokoph-Schmitt

Angela Prokoph-Schmitt (Jahrgang 1968) ist eine leidenschaftliche Demokratin und im südhessischen Darmstadt aufgewachsen.

Sie ist Mitglied der CSU (Bayern) und der CDU (Hessen). Seit Juni 2017 führt sie auch die Redaktion von BAYERN DEPESCHE.

Webseite: https://www.bayern-depesche.de/show/author/54-angela-prokoph-schmitt.html
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