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Freie-Wähler-Fraktion sieht großen Erfolg für Opferschutz

Gegen freiverkäufliche K.-o.-Tropfen: Freie Wähler setzen sich im Gesundheitsausschuss durch

Donnerstag, 11 Mai 2017 15:42 geschrieben von  Axel Frohmeier

München - Sogenannte K.-o.-Tropfen werden immer wieder bei Sexual- und Eigentumsdelikten eingesetzt, um die Opfer zu betäuben und damit wehrlos zu machen.

Frauen wird deshalb empfohlen, beim Feiern in Kneipen und Diskotheken ihr Glas nicht unbeaufsichtigt stehen zu lassen. Zu häufig werden Verbrechen wie Vergewaltigung oder Raub mithilfe von nahezu geruchs- und geschmacklosen K.-o.-Tropfen begangen. Eine Substanz, die die Opfer handlungsunfähig macht, ist das immer noch freiverkäufliche Gamma-Butyrolacton (GBL). Dagegen fällt die chemisch verwandte Gamma-Hydroxbuttersäure (GHB) unter das Betäubungsmittelgesetz. GBL wird im menschlichen Körper in GHB umgewandelt.

Karl Vetter, gesundheitspolitischer Sprecher der Freien Wähler im Bayerischen Landtag, sagte dazu: „Es ist nicht nachzuvollziehen, dass zwei Stoffe, mit denen in gleicher Weise schwere Straftaten begünstigt werden, rechtlich derart unterschiedlich behandelt werden.“ GBL sollte nur noch in vergällter Form in Umlauf gebracht werden dürfen, forderte der Landtagsabgeordnete. „Dann ist es als Substanz für K.-o.-Tropfen unbrauchbar, weil die Opfer merken, wenn ihnen etwas ins Getränk gemischt wurde.“ Unvergälltes GBL müsse dringend dem Betäubungsmittelgesetz unterworfen werden.

Einen entsprechenden Antrag konnten die Freien Wähler trotz vieler Diskussionen im Gesundheitsausschuss des Landtags durchbringen. Gesundheitspolitiker Vetter freut sich: „Das ist ein großer Erfolg für den Opferschutz.“

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Redaktion