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Martin Hagen sucht Wahlkampfthema

Freie Demokraten fordern Handwerk 4.0 statt Schaufensterdekoration

Mittwoch, 02 Mai 2018 14:09 geschrieben von 
Freie Demokraten fordern Handwerk 4.0 statt Schaufensterdekoration Quelle: PIXABAY.COM

München - Die Forderung von Landkreistagspräsident Christian Bernreiter nach „Digitalen Kompetenzzentren in allen Regionen“ kommentiert FDP-Spitzenkandidat Martin HAGEN:

„Die Forderung der Landkreise ist ein Weckruf an die Staatsregierung. Statt Bayern fit für die Zukunft zu machen, kommt Söder den Wählern mit Kreuzmissbrauch und Kavallerie. Das ist plumpe Folklorepolitik. Handwerk und Mittelstand im Freistaat haben andere Sorgen.“

Nötig wären laut FDP Bayern deutlich kräftigere Investitionen aus Bund und Land in die digitale Entwicklung. Im sogenannten „Schaufenster Süd“ der Förderinitiative „Mittelstand 4.0 – Digitale Produktions- und Arbeitsprozesse“ des Bundeswirtschaftsministeriums sind zum Beispiel nur 2,5 Mitarbeiter für den gesamten Süden Deutschlands zuständig. Und dies befristet bis Ende 2018.

„Die bayerischen Handwerksbetriebe beschäftigen 920.000 Mitarbeiter, darunter 70.000 Azubis, und erzielen zusammen 110 Milliarden Euro Umsatz. Wie sollen sich 2,5 Kräfte seriös um diese Betriebe kümmern? Angesichts solcher Dimensionen helfen weder 13 BayernLabs noch der mickrige Digitalbonus. Was Bundes- und Staatsregierung hier veranstalten, ist reine Kulisse“, bemängelt Hagen.

An diese Kritik knüpft Thomas SATTELBERGER an, FDP-Bundestagsabgeordneter (München-Süd) und forschungs- und innovationspolitischer Sprecher seiner Fraktion:

„Peter Altmaier und Markus Söder müssen aufhören, Steuergeld für wirkungslose Schaufensterpuppen zu verplempern. Wann nimmt der Freistaat endlich tüchtig Geld in die Hand, um die digitale Zukunft für Handwerk und Mittelstand zu gestalten? Söder klotzt mit Worten und kleckert beim Geld.“

Glasfaserausbau und Datenautobahnen haben laut Sattelberger „für die Betriebe wenig Sinn, wenn ihnen digitale Geschäftsmodelle, smarte Dienstleistungen und smarte Produkte fehlen.

Wir Freie Demokraten wollen in Bayern digitale Freiheitszonen schaffen: Bavarian Valleys mit besonderen Anreizen nicht nur für Technologie-4.0-Zentren, sondern auch für innovationsfreudige Handwerker, Mittelständler, Gründer sowie händeringend benötigte Fachkräfte. Vor allem das Handwerk in unseren mittelständisch geprägten Regionen benötigt dringend digitale Kraftzentren. Sonst blicken die Angehörigen von mehr als 200.000 bayerischen Handwerksbetrieben mit Sorge in die Zukunft.“

FDP-Landtagsabgeordneter Alexander MUTHMANN ergänzt:

„Von einer solchen Initiative würden nicht nur die starken Regionen Bayerns profitieren. Vor allem entstehen so Entwicklungsimpulse, die die strukturschwachen Gebiete im Freistaat dringend brauchen, um ihre Zukunft selbst gestalten zu können. Die CSU-Alleinregierung hat bislang völlig versäumt, den ländlichen Raum fit für die Digitalisierung zu machen. Stattdessen schaut sie verliebt in den Rückspiegel und sonnt sich im Industrieglanz vergangener Jahrzehnte.“

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Angela Prokoph-Schmitt

Angela Prokoph-Schmitt (Jahrgang 1968) ist eine leidenschaftliche Demokratin und im südhessischen Darmstadt aufgewachsen.

Sie ist Mitglied der CSU (Bayern) und der CDU (Hessen). Seit Juni 2017 führt sie auch die Redaktion von BAYERN DEPESCHE.

Webseite: https://www.bayern-depesche.de/show/author/54-angela-prokoph-schmitt.html
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