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Landtagswahl 2018

Christian Klingen (AfD) nimmt in Unterfranken Kurs aufs Maximilianeum

Dienstag, 04 September 2018 21:41 geschrieben von  Götz Schubert
Christian Klingen ist der Kopf der AfD in Unterfranken Christian Klingen ist der Kopf der AfD in Unterfranken Quelle: AfD Bayern

Würzburg – Während die österreichische Bundesregierung die Abschaffung der Lehrlingsausbildung für Asylbewerber bis 25 Jahren in Mangelberufen beschlossen hat, geht die bayerische Staatsregierung einen anderen Weg und plant eine Ausweitung der sogenannten 3+2-Regelung. Pflegeschüler sollen demnach nicht mehr ausgewiesen werden können. Die 3+2-Regelung besagt, dass abgelehnte Asylbewerber während der Ausbildung und zwei weiteren Berufsjahren vor Abschiebung geschützt sind.

Diese Ankündigung von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat erwartungsgemäß die Alternative für Deutschland (AfD) auf den Plan gerufen, die bei der Landtagswahl am 14. Oktober gute Aussichten hat, erstmals in den Bayerischen Landtag einzuziehen.

Mit der Ausweitung der 3+2-Regel schaffe die Regierung „Schlupflöcher gegen Abschiebung“ und höhle den Rechtsstaat aus, warf Bayerns AfD-Chef Martin Sichert dem Innenminister vor. Zudem ermunterte man Asylbewerber, ihr Alter falsch anzugeben, um leichter einen Ausbildungsplatz zu bekommen. „Die CSU setzt damit zusätzliche Anreize für Armutszuwanderer nach Deutschland zu kommen, denn wenn man sich etwas geschickt anstellt, kann man dauerhaft bleiben und vom Sozialstaat leben“, erklärte Sichert.

Konservativer Lokalmatador

In dieser strikten Ablehnung von möglichen Zuwanderungsreizen ist sich der bayerische AfD-Landesvorsitzende einig mit Christian Klingen, der als Spitzenkandidat der AfD im Bezirk Unterfranken Kurs aufs Maximilianeum nimmt. Hans-Jörg Müller, Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, nennt Christian Klingen einen "interessanten Mann mit Format".

Klingen, 53-jähriger Diplom-Verwaltungswirt (FH) aus Markt Einersheim, wurde im März dieses Jahres auf Platz 1 der Bezirksliste Unterfranken gewählt und hat damit beste Chancen, einen Sitz im Landtag zu ergattern. Christian Klingen gilt als Mann bürgerlich-konservativer Gesinnung und ist Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Kitzingen-Schweinfurt und des AfD-Bezirksverbands Unterfranken sowie Mitglied im Landesvorstand der Partei in Bayern.

Politische Weggefährten schätzen Klingens konsequente Haltung in Zuwanderungsfragen und im Bereich der inneren Sicherheit. „Wir dürfen es nicht länger hinnehmen, dass auf Kosten unserer freiheitlichen demokratischen Gesellschaft, religiöser motivierter Terror in unser Land kommt. In unserem Land müssen auch in Zukunft die Menschen sicher im öffentlichen Raum bewegen können“, erklärte der bodenständige Franke dazu auf einer Kundgebung der AfD im Juli 2016 in Würzburg. Man schätzt Klingens Qualitäten als Bierzelt- und Demoredner in Parteikreisen, und selbst politische Gegner können ihm Volksnähe und ein offenes Ohr für die Belange des sogenannten kleines Mannes nicht absprechen.

Herz für Umwelt und Tiere

Zu Klingens politischen Zielen gehört nach eigener Angabe die Bewahrung von „Heimat, Kultur und Tradition“, er setze sich ein „für die Sicherheit unserer Bevölkerung, für Demokratie, wirtschaftliche Stabilität und soziale Gerechtigkeit“, ein wichtiges Anliegen sei ihm aber auch der Umwelt- und Tierschutz.

Dazu zählt der AfD-Landtagskandidat, wie er einmal ausführte, „der Erhalt einer gesunden Umwelt als Lebensgrundlage auch für künftige Generationen, die artgerechte Haltung von Heim- und Nutztieren, ein Verbot der Massentierhaltung und ein Verbot von Tiertransporten über längere Strecken“. Außerdem setzt er sich dafür ein, das Schächten von Tieren, also deren betäubungslose Schlachtung, wie sie in muslimischen Kreisen üblich ist, „ausnahmslos zu verbieten“.

Schärfung des sicherheitspolitischen Profils

In einem Interview mit dem Regionalmedium „FrankenReport TV“ führte Klingen aus: „Viele Bürger machen sich Sorgen wegen der ungeregelten Massenzuwanderung, bei der auch nach Meinung von Behördenvertretern nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich unter einzelnen Zuwanderern eine ganze Reihe von Mitgliedern terroristischer Vereinigungen wie zum Beispiel des IS befinden.“ In seiner Heimatregion hätten sich auch zwei der Attentäter der Terroranschläge vom 13. November 2015 in Paris zeitweise aufgehalten. Klingen bezeichnete dies als „beunruhigend“ und als eine „Gefahr für die Gesellschaft und den Rechtsstaat“. Eine personelle Aufstockung der Polizei sei daher – auch in Bayern – dringend notwendig.

Mit diesem Law-and-Order-Kurs spricht der Lokalmatador vielen Menschen in seiner Region aus der Seele. Auch deshalb wird Klingen ein gutes Ergebnis in Unterfranken vorausgesagt. Die bayerische AfD erhofft sich von dem 53-Jährigen eine Schärfung ihres sicherheits- und asylpolitischen Profils. Er arbeitet intensiv daran, seine Parteifreunde in dieser Hinsicht nicht zu enttäuschen.

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