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Wann fordern AfD und FDP einen "Untersuchungsausschuss Uschi" ein?

Bundesmarine selten schwimmfähig - mit "U-35" fällt vorerst letztes U-Boot aus

Sonntag, 22 Oktober 2017 17:49 geschrieben von 
Auch die kaiserliche Marine hatte schon ihre Probleme - die Bundesmarine 2017 auch Auch die kaiserliche Marine hatte schon ihre Probleme - die Bundesmarine 2017 auch

Kiel - Während in Berlin eifrig an Jamaika gebastelt wird, ist die Wehrfähigkeit Deutschlands immer fragwürdiger. Ob bei Heer, Luftwaffe oder Marine - nicht erst unter Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wurde die Bundeswehr zum Lazarettfall.

Deutschland verfügt derzeit über kein einsatzfähiges U-Boot mehr!

Nach einem Unfall von "U 35“ bei einer Testfahrt vergangene Woche in norwegischen Gewässern liegt nun auch das letzte von gerade mal noch sechs Unterwasserfahrzeugen zur Reparatur im Dock. Erst 2018 sollen vier der ausgefallenen U-Boote wieder einsatzfähig sein. Die schlechte Versorgungslage der Marine mit Ersatzteilen führe zu diesen zeitweisen Totalausfällen der Einsatzbereitschaft.

Nun droht aus der so genannten "Friedensdividende" eine schwere Hypothek für die Verteidigungsbereitschaft der Bundesrepublik zu werden. "Unsere Verteidigung ist eigentlich nur noch durch Bündnispartner innerhalb der NATO gegeben und hier vor allem durch US-Streitkräfte", erklärt ein Offizier, der namentlich nicht genannt werden möchte.

Was war mit U-35, dem letzten Stolz der Bundesmarine, geschehen?

„Bei einem Tauchmanöver zur Tiefwassererprobung stieß U 35 mit dem X-Ruder wohl gegen einen Felsen“, erklärt Kapitän zur See Johannes Dumrese, Sprecher des Marinekommandos in Rostock. Dabei sei eines der vier Ruderblätter stark beschädigt worden. Das U-Boot fuhr anschließend zur Untersuchung nach Kiel in die TKMS-Werft, wo es inzwischen eintraf. Damit liegen nun vier der sechs deutschen U-Boote in der Kieler Werft.

Dass „U 35“ irgendwann wieder einsatzbereit sein wird, sei gesichert.

Glücklicherweise sollen während des Kalten Krieges zu jedem Rüstungsprojekt wichtige Ersatzteile angeschafft worden sein. Diese wurden eingelagert und die Bundesmarine greife immer noch auf diese Depots zurück.

An Deutschlands Wehrfähigkeit muss gezweifelt werden. Die Bundesverteidigungsministerin macht zwar mit harten Maßnahmen gegen die eigene Truppe Schlagzeilen, verpasst es aber wohl sich am Kabinettstisch in Berlin für die Anforderungen der Bundeswehr durchzusetzen. Möglich, dass die neu in den Bundestag eingezogene AfD alsbald Wert auf einen "Untersuchungsausschuss Uschi" legen wird. Und auch die FDP könnte die Sinnhaftigkeit eines solchen Ausschusses - sollte Jamaika doch nichts werden - entdecken.

Die Bundesmarine segelt wohl einer schwierigen Zukunft entgegen! Tauchen wird schwierig - derzeit.

Letzte Änderung am Montag, 23 Oktober 2017 18:42
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Angela Prokoph-Schmitt

Angela Prokoph-Schmitt (Jahrgang 1968) ist eine leidenschaftliche Demokratin und im südhessischen Darmstadt aufgewachsen.

Sie ist Mitglied der CSU (Bayern) und der CDU (Hessen). Seit Juni 2017 führt sie auch die Redaktion von BAYERN DEPESCHE.

Webseite: https://www.bayern-depesche.de/show/author/54-angela-prokoph-schmitt.html
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