bayern-depesche.de

Freigegeben in Politik

Uli Grötsch ist neuer Generalsekretär der bayerischen SPD

Bayerns neue SPD-Chefin Natascha Kohnen bestreitet Existenz einer bayerisch-deutschen Leitkultur

Montag, 29 Mai 2017 16:21 geschrieben von  Axel Frohmeier
v.l.n.r.: Marietta Eder, Martin Burkert, Johanna Uekermann, Natascha Kohnen, Uli Grötsch und Thomas Goger v.l.n.r.: Marietta Eder, Martin Burkert, Johanna Uekermann, Natascha Kohnen, Uli Grötsch und Thomas Goger Quelle: BayernSPD­ – Landesverband

Schweinfurt - Die bisherige Generalsekretärin der bayerischen SPD, Natascha Kohnen, wurde auf einem Landesparteitag in Schweinfurt mit 88,3 Prozent der Delegiertenstimmen zur neuen Vorsitzenden der bayerischen Sozialdemokratie gewählt. Die Landtagsabgeordnete ist nach Renate Schmidt und Lisa Albrecht die dritte Frau an der Spitze der Bayern-SPD.

In ihrer Antrittsrede bekannte sich Kohnen zu Bayern wegen dessen Vielfältigkeit und Offenheit. „Warum ich Bayern so liebe? Weil es vielfältig ist. Offenheit ist unsere Stärke. Bayern ist ein extrem starkes Land. Wahre Stärke bedeutet aber, zu teilen, abzugeben, für andere da zu sein. Es geht bei wahrer Stärke um den sozialen Zusammenhalt.“

Die neue Landesvorsitzende betonte auch, dass es für sie in Bayern keine Leitkultur gebe: „Bayern hatte nie eine Leitkultur und wird auch nie eine brauchen.“ Das Land sei auf Vielfalt und regionalen Unterschiedlichkeiten aufgebaut. Kohnen fügte hinzu, die Politik habe zwei Möglichkeiten, auf die zunehmende gesellschaftliche Unsicherheit zu reagieren: „Sie kann Ängste schüren und diesen Ängsten mit Mitteln begegnen, die Freiheiten einschränken. Und Minderheiten zu Sündenböcken machen. Dieser Weg führt zu Hass, Ausgrenzung und in letzter Konsequenz zu Gewalt. Oder sie kann den Menschen ihre Ängste nehmen, indem sie Sicherheit gibt und Zuversicht schafft. Das ist mein Weg.“

Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Markus Rinderspacher, gratulierte Kohnen zur Wahl: „Sie ist die richtige Person zur richtigen Zeit an der Spitze der bayerischen SPD: eine starke Frau für ein starkes Bayern. Mit ihrer Persönlichkeit, ihrer politischen Erfahrung und ihrem Engagement wird sie die Partei weiter nach vorne bringen.“

Zu stellvertretenden Landesvorsitzenden wählte der Schweinfurter Parteitag die Juso-Bundesvorsitzende Johanna Uekermann mit 73,2 Prozent, die Gewerkschaftssekretärin Marietta Eder mit 83,3 Prozent und den Nürnberger Bundestagsabgeordneten Martin Burkert mit 66,3 Prozent der Delegiertenstimmen. Auf Vorschlag der neugewählten Landesvorsitzenden wurde Uli Grötsch zum Generalsekretär der bayerischen Sozialdemokraten gewählt. Der Oberpfälzer Bundestagsabgeordnete erhielt 91,7 Prozent der Stimmen.

Artikel bewerten
(8 Stimmen)
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten

TEAM