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Uwe Brandl an Angela Merkel: Fehler von 2015 nicht wiederholen

Bayerns Gemeindetagspräsident Uwe Brandl fordert Verhinderung eines neuen Asylantenansturms

Montag, 24 Juli 2017 22:51 geschrieben von  Axel Frohmeier
Bootsflüchtlinge im Mittelmeer bei Lampedusa Bootsflüchtlinge im Mittelmeer bei Lampedusa Quelle: wikimedia.org | Viro Manzari | CC BY 2.0

München - Die Zahl illegaler Bootsmigranten, die von Libyen kommend die Küsten Italiens erreichen, steigt immer weiter. In diesem Jahr waren es bereits mehr als 90.000 Personen, die im Mittelmeer aus ihren Schlepperbooten gerettet und von europäischen Marine- oder Privatschiffen nach Italien gebracht wurden. Von dort treten viele Asylbewerber die Weiterreise nach Österreich und Deutschland an.

Bayerns Gemeindetagspräsident Uwe Brandl hat deshalb eindringlich an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appelliert, einen wieder ansteigenden Flüchtlingszustrom nach Deutschland zu unterbinden. „Italien ist mit der Aufnahme von täglich mehreren Tausend Flüchtlingen, die über das Mittelmeer kommen, überfordert. Es ist jetzt schon absehbar, dass letztlich den Flüchtlingen die Weiterreise nach Deutschland ermöglicht werden wird, beispielsweise durch die Ausstellung von sogenannten Schengen-Visa“, warnt der Kommunalvertreter.

Brandl, der jüngst in seiner niederbayerischen Heimatstadt Abensberg mit 60,75 Prozent der Stimmen als Erster Bürgermeister im Amt bestätigt wurde, wandte sich direkt an die Bundeskanzlerin: „Bitte setzen Sie sich intensiver als bisher dafür ein, dass die Überfahrt nach Italien aufhört. Den Schleppern aus Libyen muss endlich das Handwerk gelegt werden. Flüchtlingsboote müssen zurück nach Libyen gebracht werden, damit der Anreiz, in solche zu steigen, ein Ende findet. Ihr Wort hat in Europa Gewicht. Drängen Sie auf entsprechende Beschlüsse in Brüssel.“

Der Sprecher von 2.029 kreisangehörigen Gemeinden, Märkten und Städten in Bayern sagte, dass die Aufnahmebereitschaft der Bevölkerung erschöpft sei. Einen erneuten massenhaften Zustrom wie im Jahr 2015 würden die Gemeinden und Städte nicht mehr verkraften. Auch wenn die Medien die Massenmigration aus Afrika kaum thematisierten, werde in der Bevölkerung über die Migrationskrise nach wie vor intensiv diskutiert.

Brandls eindringlicher Appell: „Der Fehler vom Herbst 2015 darf sich nicht mehr wiederholen. Jetzt ist der Zeitpunkt zum Handeln. Ein Verdrängen des Problems wegen des laufenden Wahlkampfes ist unverantwortlich und wird sich möglicherweise später rächen.“

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