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Nach aktuellem Stand könnte die bayerische AfD acht Bundestagsabgeordnete entsenden

Bayerns AfD-Landeschef Petr Bystron auf Platz vier der Landesliste für den Bundestag gewählt

Montag, 03 April 2017 22:59 geschrieben von  Axel Frohmeier
Der bayerische AfD-Landesvorsitzende Petr Bystron Der bayerische AfD-Landesvorsitzende Petr Bystron Quelle: Petr Bystron

Greding - Am vorletzten Wochenende hatte die bayerische AfD auf ihrem Parteitag im mittelfränkischen Greding damit begonnen, ihre Landesliste für die Bundestagswahl aufzustellen. Dabei wählten die über 450 versammelten Mitglieder Martin Hebner zum AfD-Spitzenkandidaten im Freistaat. Auf Platz zwei folgt der bekannte Wirtschaftspublizist Peter Boehringer. Der 47-jährige Gold- und Finanzexperte tritt im Wahlkreis Amberg-Neumarkt auch als Direktkandidat an. Platz drei der Landesliste belegt Corinna Miazga aus Niederbayern. Die 33-Jährige ist Vorsitzende des AfD-Kreisverbandes Straubing-Bogen/Regen und beruflich in der Automobilindustrie tätig.

Für den ersten Listenplatz bewarben sich drei Kandidaten. Der über die bayerischen Landesgrenzen hinaus bekannte Landeschef Petr Bystron unterlag dabei überraschend mit 190 Stimmen gegen Martin Hebner, für den 243 Mitglieder votierten. Der 57 Jahre alte Diplom-Informatiker und Wirtschaftswissenschaftler ist im Landesvorstand unter anderem für die Programmatik zuständig. Außerdem ist er Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Starnberg und Bundestagsdirektkandidat. Der dritte Bewerber für die Spitzenkandidatur, der Würzburger Bundestagsdirektkandidat Thomas Thiel, konnte nur zehn Stimmen für sich verbuchen.

„Ich freue mich, dass wir mit Peter Boehringer einen prominenten Kandidaten vorne haben“, sagte Bystron nach den Wahlgängen und fügte hinzu: „Der Wahlausgang war auch für mich überraschend, zeigt aber, dass bei der AfD die Basisdemokratie funktioniert.“ Für die Plätze zwei und drei hatte der Landeschef nicht kandidiert.

Am letzten Wochenende setzte die AfD ihren Parteitag fort und wählte Petr Bystron mit deutlichem Vorsprung (324 von 483 Stimmen) auf den vierten Platz. Damit ist ihm trotz Kritik an seinem Führungsstil und seiner Parteinahme für AfD-Chefin Frauke Petry im Streit mit dem Thüringer AfD-Chef Björn Höcke ein Bundestagsmandat sicher. In deutschlandweiten Umfragen ist die Partei bei manchen Umfrageinstituten zuletzt auf sieben Prozent abgesackt, während sie bei einer Bayern-Umfrage zur Bundestagswahl jüngst bei neun Prozent lag. Somit werden nach aktuellem Stand etwa acht Vertreter der Bayern-AfD in den Bundestag einziehen.

Im Wettbewerb um Platz fünf setzte sich der Nürnberger AfD-Kreisvorsitzende Martin Sichert gegen das Bundesvorstandsmitglied Dirk Driesang durch. Auf aussichtsreiche Listenplätze wurden am Wochenende außerdem der Chef des AfD-Mittelstandsforums Hansjoachim Müller (Platz sechs), der Allgäuer Unternehmer Peter Felser (Platz sieben) und Gerold Otten (Platz acht) gewählt.

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