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Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger lag im letzten Jahr bei 34,4 Prozent

Bayerische Kriminalstatistik 2016: Jeder zehnte Tatverdächtige ist ein Asylant

Montag, 20 März 2017 22:16 geschrieben von  Ralph Eichert

München - Die Ausländerkriminalität ist 2016 in Bayern deutlich gestiegen, obwohl die Zahl der Straftaten insgesamt nur moderat zunahm. Gleichzeitig konnte die bayerische Polizei ihre bundesweit vergleichsweise hohe Aufklärungsquote weiter verbessern.Das sind die Kernpunkte der bayerischen Kriminalstatistik 2016, die Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) jüngst vorstellte.

Bereinigt um die rein ausländerrechtlichen Verstöße wie illegale Einreise stieg die Zahl der 2016 in Bayern registrierten Straftaten um 3,3 Prozent auf 614.520 Fälle. Einschließlich der ausländerrechtlichen Vergehen wurden bayernweit 882.473 Straftaten registriert (plus 9,5 Prozent).

Die Aufklärungsquote stieg um 0,9 Prozentpunkte auf 63,7 Prozent. Herrmann sagte dazu: „Die bayerische Polizei konnte letztes Jahr rund zwei Drittel aller Straftaten aufklären.“ Das sei ein hervorragendes Ergebnis.

Für sehr besorgniserregend hält der Innenminister die Kriminalitätsentwicklung bei nichtdeutschen Tatverdächtigen. Im zurückliegenden Jahr waren von den insgesamt 274.633 Tatverdächtigen 180.023 Deutsche (plus 0,3 Prozent) und 94.610 Nichtdeutsche, was einem Plus von 14,9 Prozent entspricht. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen lag somit bei 34,4 Prozent. 2012 waren noch 25,4 Prozent der Tatverdächtigen Ausländer.

„Hier spielt insbesondere der steigende Anteil tatverdächtiger Zuwanderer eine wichtige Rolle“, erläuterte Herrmann mit Blick auf den starken Zuzug seit der deutschen Grenzöffnung im September 2015. Im letzten Jahr wurden in Bayern insgesamt 26.332 tatverdächtige Asylbewerber erfasst. Das ist ein Anstieg um 57,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Anteil der Asylanten an allen Tatverdächtigen lag bei 9,6 Prozent. 2012 waren nur 1,8 Prozent aller Tatverdächtigen Asylbewerber.

Dieser Täterkreis habe hauptsächlich „Rohheitsdelikte, Diebstähle, Betrugsdelikte und Rauschgiftstraftaten begangen“, sagte der CSU-Politiker. Unter den tatverdächtigen Zuwanderern bildeten Syrer mit 16,1 Prozent (2015: 11,1 Prozent) die größte Gruppe, gefolgt von Afghanen mit 14,3 Prozent (2015: 10,1 Prozent), Irakern mit 8,8 Prozent (2015: 4,6 Prozent) und nigerianischen Staatsangehörigen mit 6,8 Prozent (2015: 5,4 Prozent).

Der CSU-Politiker stellte klar: „Der Anstieg der Kriminalität in Bayern im Jahr 2016 ist im Ergebnis ganz überwiegend ausländischen Tatverdächtigen, darunter insbesondere Zuwanderern, zuzuschreiben.“

Bei den zitierten Statistiken handelt es sich um bereinigte Kriminalitätszahlen ohne ausländerspezifische Straftaten, zu denen vor allem illegale Grenzübertritte zählen.

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Redaktion