bayern-depesche.de

Freigegeben in Politik

SPD boxt mit Linken und Grünen Bundestagsabstimmung durch

AfD, CSU und katholische Kirche lehnen die „Ehe für alle“ ab

Donnerstag, 29 Juni 2017 21:42 geschrieben von  Axel Frohmeier
Der AfD-Spitzenkandidat zur Bundestagswahl Alexander Gauland Der AfD-Spitzenkandidat zur Bundestagswahl Alexander Gauland Quelle: AfD

Berlin - Nachdem der Rechtsausschuss des Bundestages gegen die Stimmen der CDU/CSU-Fraktion einen Gesetzentwurf zur „Ehe für alle“ zur Abstimmung freigegeben hat, wird das Parlament am Freitag über die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren samt Adoptionsrecht entscheiden.Deutliche Kritik daran äußerten AfD, CSU und katholische Kirche.

Der AfD-Spitzenkandidat zur Bundestagswahl, Alexander Gauland, erklärte: „Wir sind aufgeschlossen gegenüber jedem Lebensentwurf. Die Ehe für alle lehnen wir aber ab. Sie verkennt die herausgehobene Bedeutung der Familien, in denen Kinder erzogen werden. Denn nur Familien mit Kindern sichern die Zukunft unserer Gesellschaft, unserer sozialen Sicherungssysteme und unserer Wirtschaft.“

Die AfD sehe die Ehe auch in der „Tradition der christlich-abendländischen Kultur, die die Völker Europas nach wie vor prägt und in der die Ehe seit Jahrtausenden zwischen Mann und Frau als erstrebenswerter Bund ein zentrales gesellschaftliches Element darstellt“. Deshalb fordere seine Partei statt der „Ehe für alle“ eine Förderung der traditionellen Familie mit Kindern als Kernstütze unserer Gesellschaft, so Alexander Gauland. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sei auch in dieser gesellschaftlichen Frage beliebig und ohne inneren Kompass. Gauland stellte fest: „Sie verprellt ein weiteres Mal aus Gründen des Machterhalts und der vorauseilenden Befriedigung der Wünsche möglicher Koalitionspartner bürgerlich-konservative Wähler ohne Rücksicht auf gesellschaftliche Verluste.“ Wie auch schon in der Europa-, Flüchtlings- und Sicherheitspolitik sei Merkel eine von SPD und FDP getriebene Politikerin.

CSU-Chef Horst Seehofer bezeichnete das Verhalten der SPD, zusammen mit Linken und Grünen eine Bundestagsabstimmung zur „Ehe für alle“ durchzuboxen, als „Koalitionsbruch“. Der bayerische Ministerpräsident nannte das Vorgehen der SPD „unwürdig“ und sagte weiter: „Alle rechtlichen Bedenken werden ausgeblendet. Man hätte das auch in aller Ruhe im Herbst machen können.“ In einer Erklärung der CSU heißt es: „Ehe und Familie stehen bei uns im Mittelpunkt. Die Ehe von Mann und Frau steht zu Recht unter dem besonderen Schutz des Staates. Wir wenden uns gegen jegliche Relativierungsversuche.“ Gleichwohl habe man Verständnis dafür, wenn CSU-Bundestagsabgeordnete bei der Abstimmung „ihrem Gewissen folgend eine abweichende Entscheidung treffen“. Das liegt ganz auf der Linie Angela Merkels, die die Abstimmung zur Gewissensentscheidung eines jeden Abgeordneten erklärte.

Kardinal Reinhard Marx betonte für die Deutsche Bischofskonferenz, „dass die Ehe – nicht nur aus christlicher Überzeugung – die Lebens- und Liebesgemeinschaft von Frau und Mann als prinzipiell lebenslange Verbindung mit der grundsätzlichen Offenheit für die Weitergabe von Leben ist. Wir sind der Auffassung, dass der Staat auch weiterhin die Ehe in dieser Form schützen und fördern muss.“ Die katholische Kirche lehne die Auflösung des klassischen Ehebegriffs ab. Marx, der Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, nannte es ein Missverständnis, dass die besondere Rechtsstellung der Ehe manchmal als Diskriminierung Homosexueller verstanden werde.

Artikel bewerten
(3 Stimmen)
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten

TEAM