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Gesamtkosten von rund 30 Millionen Euro – Auslieferung ab 2019

33.500 Waffenträger der bayerischen Polizei sollen neue Dienstwaffen bekommen

Montag, 10 April 2017 22:38 geschrieben von  Axel Frohmeier
H&K P7 H&K P7 Quelle: de.wikipedia.org | Askild Antonsen | CC BY 2.0

München - Seit 1979 ist die Pistole P7 von Heckler&Koch die Dienstwaffe der bayerischen Polizei. Die P7 hat sich aufgrund ihrer Leistung und Präzision bis jetzt bewährt, wird allerdings seit 2008 nicht mehr produziert. Langfristig kann der steigende Bedarf an Waffen und Ersatzteilen somit nicht mehr gedeckt werden. Die bayerische Staatsregierung will deshalb neue Dienstpistolen anschaffen und rechnet für die Umstellung mit Gesamtkosten von etwa 30 Millionen Euro.

Vor wenigen Tagen informierte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) einen Landtagsausschuss über den Start einer Projektgruppe der bayerischen Polizei. Diese soll die neue Dienstwaffe auswählen und sich dabei an der „Technischen Richtlinie Pistole im Kaliber 9 mm x 19“ orientieren. Das Polizeitechnische Institut der Deutschen Hochschule der Polizei definiert darin die wesentlichen Kriterien für moderne Polizeipistolen.Geleitet wird die Arbeitsgruppe vom neuen oberfränkischen Polizeipräsidenten Alfons Schieder. Die Einführung einer neuen Dienstwaffe gilt als komplexer Vorgang, zu dem die Beschaffung moderner Trainingswaffen und neuem Zubehör wie Holster und Magazintragetaschen gehören. Auch müssen die Aus- und Fortbildung der Beamten, die taktischen Einsatzkonzepte und die polizeieigenen Waffenwerkstätten der neuen Dienstwaffe Rechnung tragen.

„Unser Ziel ist, für die rund 33.500 Waffenträger bei der bayerischen Polizei eine neue und hochmoderne Dienstwaffe einzuführen“, sagte Joachim Herrmann. „Wichtig sind uns vor allem ein möglichst geringes Gewicht, eine einfache und sichere Bedienung sowie ein flexibel anpassbares Griffstück.“ Besonderer Wert werde mit Blick auf die terroristische Bedrohungslage auf eine hohe Magazinkapazität gelegt.

Das europaweite Ausschreibungsverfahren für die neue Dienstwaffe samt Zubehör ist laut Innenministerium noch für dieses Jahr geplant. Die Auslieferung soll 2019 beginnen.

Der bayerische Innenminister teilte mit, dass die Landespolizei neben einer neuen Dienstwaffe mit weiterer moderner Technik ausgestattet werde. Dazu gehörten ballistische Helme, neuartige Schutzwesten und gepanzerte Fahrzeuge. Außerdem werde geprüft, ob eine erweiterte Ausstattung von Einsatzgruppen mit Tasern, also speziellen Elektroschock-Pistolen, sinnvoll sei. Testweise seien in München, Augsburg und Rosenheim derzeit auch Polizei-Bodycams im Einsatz.

Nach Angaben des Innenministeriums wird der Sachhaushalt der bayerischen Polizei von 2015 bis 2018 um knapp ein Drittel auf 384 Millionen Euro steigen.

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