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Seenotrettung soll nicht länger ein Ticket nach Mitteleuropa sein

Österreichs Außenminister wirft Flüchtlingshelfern Komplizenschaft mit Schleppern vor

Dienstag, 28 März 2017 00:29 geschrieben von  Ralph Eichert
Bootsflüchtlinge im Mittelmeer bei Lampedusa Bootsflüchtlinge im Mittelmeer bei Lampedusa Quelle: wikimedia.org | Viro Manzari | CC BY 2.0

Wien - Österreichs Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) hat bei einem Besuch der Grenzschutzagentur Frontex in Malta die Tätigkeit von Nichtregierungsorganisationen (englisch: NGOs) scharf kritisiert. Über deren Rettungsaktionen für illegale Bootsmigranten im Mittelmeer sagte der konservative Politiker: „Es gibt NGOs, die gute Arbeit leisten, aber auch viele, die Partner der Schlepper sind. Der NGO-Wahnsinn muss beendet werden.“

Indem sie die Migranten schon nahe der libyschen Küste an Bord ihrer Schiffe nähmen, unterstützten die Hilfsorganisationen das Treiben der Schlepper, so Kurz. Durch die Rettungseinsätze wagten immer mehr Migranten die Überfahrt und würden im Mittelmeer sterben.

In der Regel müssen die Bootsflüchtlinge nämlich nur zwölf Seemeilen zurücklegen, um internationale Gewässer zu erreichen und dort von europäischen Schiffen sofort nach Italien gebracht zu werden.

Der österreichische Außenminister plädiert dafür, die Asylsuchenden nicht mehr aufs italienische Festland zu bringen, sondern sie nach australischem Vorbild auf See zu stoppen und in Flüchtlingszentren außerhalb der EU unterzubringen. Dann würde sich innerhalb kürzester Zeit niemand mehr auf den Weg machen, zitierte die österreichische Nachrichtenagentur APA Sebastian Kurz.

Um die Mittelmeer-Italien-Route zu schließen, sollte jedes aufgebrachte Schlepperboot „aktiv zerstört“ und „proaktiver gegen Schlepper vorgegangen“ werden, verlangt der Österreicher. „Die Rettung im Mittelmeer darf nicht verbunden sein mit einem Ticket nach Mitteleuropa.“

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