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ARD und ZDF haben Übertragungsrechte für Fußball-Europameisterschaft 2020 erworben

Fußball-Übertragungsrechte: FDP wirft ARD und ZDF Preistreiberei mit Zwangsabgaben vor

Donnerstag, 06 Oktober 2016 18:31 geschrieben von  Anna-Lena Eggert
Logos von ARD und ZDF Logos von ARD und ZDF

München - Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF haben nach Angaben der bayerischen FDP für schätzungsweise 150 Millionen Euro die Übertragungsrechte für die Fußball-Europameisterschaft 2020 erworben und damit die konkurrierenden Privatsender ausgestochen.

Die Milliardeneinnahmen der Sender, die ihnen erst den Sportrechte-Kauf ermöglichen, speisen sich aus der Eintreibung von Rundfunkbeiträgen. Seit dem 1. April 2015 beträgt der monatliche Rundfunkbeitrag 17,50 Euro und ist deutschlandweit für jede Wohneinheit zu zahlen. 

Bayerns FDP-Generalsekretär Daniel Föst sagte zum Kauf der neuen Fußball-Übertragungsrechte: „Ich halte es für inakzeptabel, dass mit unseren Zwangsabgaben Preistreiberei betrieben wird. Das verzerrt den Wettbewerb und geht zulasten der privaten Wirtschaft, die sich – anders als ARD und ZDF – jeden Euro erarbeiten muss. Aus welchem Grund muss der öffentlich-rechtliche Rundfunk Sportereignisse übertragen, die genauso gut bei den Privaten laufen könnten? Er sollte sich auf seinen Bildungs-, Kultur- und Informationsauftrag fokussieren.“ 

Deutschland leiste sich den teuersten „abgabenfinanzierten Rundfunk der Welt“, der grundlegend reformiert werden müsse, erklärte Föst. 

Immer wieder sorgen die immensen Sportausgaben von ARD und ZDF für Diskussionen und Kritik. 

In diesem Sommer veröffentlichte das Magazin „kress pro“ Rechercheergebnisse, wonach das ZDF seinem Fußball-Experten Mehmet Scholl Honorare von insgesamt etwa 1,6 Millionen Euro pro Jahr gezahlt hat. Auch ARD-Experte Oliver Kahn soll Honorare in siebenstelliger Höhe erhalten haben. „kress pro“ rechnete vor: „Demnach dürften Mehmet Scholl und Oliver Kahn pro Auftritt bis zu 50.000 Euro an Gebührengeldern kassieren.“ 

„Kress pro“-Chefredakteur Markus Wiegand räumte ein, mit den Honoraren für Scholl und Kahn kein Problem zu haben, wenn die Ex-Profis von Privatsendern und nicht vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk so großzügig entlohnt würden. „Solange Scholl und Kahn aber durch Gebührengelder honoriert werden, ist es ein Skandal. Die überragende Mehrheit der Zuschauer würde solche Summen niemals billigen, wenn sie davon wüsste“, so Wiegand.

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