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Aufrüttelnder Weihnachts-Pfarrbrief zitiert den ägyptischen Islam-Kritiker Damian

Oberbayerischer Pfarrer warnt davor, dass deutsche Christen Minderheit im eigenen Land werden

Montag, 28 Dezember 2015 20:51 geschrieben von 

Baar-Ebenhausen - Mit seinem Weihnachtsbrief hat der katholische Pfarrer Martin Bestele aus Baar-Ebenhausen im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen den Nerv vieler Gemeindemitglieder getroffen, aber auch eine Kontroverse ausgelöst. Der 43-Jährige zitierte in seinem Pfarrbrief ausgiebig das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, den Ägypter Bischof Damian. Die koptischen Christen leben seit alters her in Ägypten und werden dort in jüngerer Zeit immer öfter von Muslimen unterdrückt und mit Gewalt überzogen. Damian warnte deshalb in einem Video, das auf Youtube zu sehen ist, eindringlich vor der Ausbreitung eines aggressiven Islam in Deutschland, der auch hier Andersdenkende und Andersgläubige unterdrücken werde, sobald er dazu in der Lage sei.

Martin Bestele zitierte in seinem Pfarrbrief zustimmend aus der Video-Botschaft Damians. Dort heißt es: „Es besteht die Gefahr, dass ein an Dominanz zunehmender Islam in Deutschland die Christen ernsthaft gefährden wird. Das Leid der Christen in Ägypten könnte auch das Leid der Christen in Deutschland werden, wenn es in der deutschen Gesellschaft keine gravierende Veränderung gibt. Ich versichere Ihnen, wenn man wegschaut und wenn man nichts tut, wird das, was uns in Ägypten geschieht, auch Ihnen eines Tages in Ihrem Heimatland geschehen.“

Der oberbayerische Pfarrer machte sich auch die Warnung Damians zu eigen, dass deutsche Christen durch die Massenzuwanderung von Muslimen und deren höhere Geburtenrate zur Minderheit im eigenen Land werden können. Im Pfarrbrief wird der koptische Bischof so zitiert: „Wenn Sie nicht aus unser Geschichte lernen, sind Sie bald dran. Nehmen Sie das ernst. Einst waren wir die Herren in unserem Vaterland, im eigenen Land. Heute kämpfen wir, um zu leben und um überleben zu können. Denken Sie an die Wachstumskurve. Die Wachstumskurve allein ist ein Indiz dafür, dass, wenn wir so weitermachen, wir eines Tages eine Minderheit in unserem eigenen Land sind.“

Was Bischof Damian sage, „ist nicht weit hergeholt, sondern durchaus nachvollziehbar“, unterstrich Martin Bestele und druckte in seiner Weihnachtsbotschaft auch den Zukunftsappell des Ägypters ab: „Wir müssen für unsere Kinder etwas tun, damit sie in ihrem eigenen Land nicht als Bürger der zweiten oder dritten Klasse oder gar als minderwertige Menschen im eigenen Land behandelt werden.“

Nachdem Pfarrer Bestele aufkommende Kritik an seiner Warnung vor Islamisierung und Christenverfolgung zurückgewiesen hat, meldete sich auch die katholische Kirche zu Wort. Prälat Dr. Bertram Meier, Bischofsvikar für Ökumene und interreligiösen Dialog bei der Diözese Augsburg, sagte auf Presseanfrage zu den zitierten Aussagen, es sei Bischofs Damians „gutes Recht auf seine Erfahrungen hinzuweisen und seine Meinung frei äußern zu dürfen. Deshalb sollte seine Stimme auch in Deutschland Gehör finden.“

Nachdem Meier auch dem Islam-Kritiker Damian großzügig das Recht auf Meinungsfreiheit zubilligte, nahm der Prälat die in Deutschland lebenden Muslime in Schutz und sprach von einem „sehr friedvollen“ Zusammenleben: „Das Zusammenleben mit den Muslimen ist hier ein sehr friedvolles. Die meisten dieser Menschen sind als Gastarbeiter aus der Türkei zu uns gekommen und leben teilweise seit Jahrzehnten bei uns.“ Jetzt gelte es, „auch Muslime, die einen eher arabisch geprägten Islam kennen und vertreten, in unsere freiheitliche Gesellschaft zu integrieren und sie von Grundwerten wie Religionsfreiheit zu überzeugen“, so Meier.

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Max Semmler

Max Semmler wurde 1978 geboren und studierte an einer süddeutschen Universität Geschichte sowie Soziologie.

Er ist seither als freiberuflicher Journalist mit den Schwerpunkten Bundes- und Landespolitik tätig. Sein besonderes Interesse gilt der Politik in Bayern und seinen sieben Regierungsbezirken.

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