Login

bayern-depesche.de

Freigegeben in Politik

Andreas Strixner betont Rückendeckung des AfD-Landesverbandes für seine Tätigkeit

Landesschatzmeister der bayerischen AfD ist als „Flüchtlingsbetreuer“ aktiv

Samstag, 09 Januar 2016 19:09 geschrieben von 
AfD Bayern AfD Bayern Quelle: afdbayern.de

Jetzendorf - Der bayerische AfD-Funktionär Andreas Strixner betreut in seiner Freizeit mehrere Asylbewerber, wie er jetzt in einem Interview mit der Wochenzeitung „Junge Freiheit“ (Ausgabe Nr. 53/15 - 1/16) bekanntgab. Nach eigener Aussage begleitet er Asylbewerber bei Behördengängen, damit sie alle Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz in Anspruch nehmen können, und unterstützt sie bei der Arbeitssuche.

Der Industriekaufmann aus Jetzendorf bei Pfaffenhofen wurde 1985 in Dachau geboren und fungiert in der bayerischen AfD als Landesschatzmeister und Vorsitzender des Kreisverbandes Oberbayern-Nord. Der „Junge Freiheit“-Redakteur widmet das ganzseitige Interview der Frage, wie ein hochrangiger Funktionär der als „rechtspopulistisch“ etikettierten AfD dazu kommt, Asylbewerber zu betreuen, obwohl die Partei die meisten Flüchtlinge für Scheinasylanten ohne Asylanspruch hält.

Auf die Eingangsfrage, ob AfD-Engagement und Flüchtlingshilfe zusammenpassen würden, antwortet Andreas Strixner mit einem knappen „aber natürlich“. Der Interviewer will dann wissen, wie Strixners Parteifreunde zu seiner Tätigkeit stehen. Der Befragte sagt: „Fast einhellig positiv, es gibt kaum Kritik. Sowohl meine Parteifreunde im Kreisverband, als auch der bayerische Landesvorstand stehen hinter mir. Ich kann nur für Bayern sprechen: Da ist das nicht selten, ich habe ein paar Parteikollegen, die sich für Asylsuchende engagieren – eine AfD-Politikerin leitet sogar einen Helferkreis.“

Der Redakteur bohrt nach, weil er sich offenbar nicht vorstellen kann, dass Strixner aus der AfD für seinen Flüchtlingseinsatz nur Zuspruch erhält. Wie er mit seiner Meinung denn in den als besonders asylkritisch geltenden AfD-Landesverbänden Sachsen und Thüringen ankäme, will die Wochenzeitung wissen. Aber Andreas Strixner bleibt bei seiner Linie: „Das weiß ich nicht, ich kenne diese Landesverbände zu wenig. Bisher habe ich allerdings weder Schmähungen noch auch nur Kritik von dort erhalten – was dank Twitter und Facebook ja kein großer Aufwand wäre. Zu Beginn gab es ein paar einzelne Kritiker, aber das ist ja auch legitim. Denen habe ich dann meine Position erklärt, und seitdem gibt es keine Probleme mehr. Ansonsten habe ich bisher 150 Zuschriften aus der AfD beziehungsweise dem Umfeld der AfD erhalten – davon waren positiv: 147.“

Bevor er in die AfD eintrat, sei er zehn Jahre lang Mitglied der CDU-Nachwuchsorganisation Junge Union gewesen. Dort habe er „wesentlich mehr ‚Fremdenfeindlichkeit‘ erlebt als in der AfD“, so Strixner. Mit „Fremdenfeindlichkeit“ habe weder er noch seine Partei etwas zu tun. Es gehe darum, die Sorgen und Ängste der Bürger angesichts der Masseneinwanderung ernst zu nehmen und „Einwanderung prinzipiell steuern und begrenzen zu wollen“.

Das Frage-Antwort-Spiel geht munter weiter. Interviewer: „Und das ist kein Widerspruch zu Ihrem Flüchtlingsengagement?“ Strixner: „Überhaupt nicht.“ Interviewer: „Aber unterstützen Sie damit nicht jene Einwanderung, die Sie politisch kritisieren?“ Strixner: „Zum einen sind diese Menschen ja nun bereits in unserem Land, zum anderen glaube ich, dass es außerordentlich wichtig ist, dass wir gerade angesichts dessen die Ordnung aufrechterhalten. Das geht nur, wenn wir uns um sie kümmern. Es ist inakzeptabel, wenn die Zustände in Flüchtlingsheimen außer Kontrolle geraten oder wenn Flüchtlinge untertauchen und keiner mehr weiß, wer und wie viele im Land sind. Und es ist ebenso für alle Beteiligten von Nachteil, wenn die Leute monatelange warten, bis sie überhaupt einen Asylantrag stellen können, und erneut Monate, wenn nicht Jahre, bis dieser entschieden ist.“

Die Flüchtlingsarbeit des AfD-Politikers konzentriert sich auf die Asylbewerber, die in seiner Heimatgemeinde Jetzendorf untergebracht sind. Strixner sagt: „Als es bei uns im Dorf hieß, jetzt werden auch bei uns Flüchtlinge einquartiert und sich ein Helferkreis gründete, bin ich ganz selbstverständlich hingegangen.“ Der örtliche Helferkreis bestehe aus vernünftigen Leuten, die einen Querschnitt der Gesellschaft bildeten. „Ich weiß, dass andere Helferkreise vor allem aus Linksideologen und Willkommens-Klatschern zusammengesetzt sind, da hätte ich bestimmt Probleme“, glaubt Strixner. Damit sein Engagement nicht falsch verstanden wird, betont der AfD-Landesschatzmeister: „Ich mache den bei uns untergebrachten Asylsuchenden da übrigens auch nichts vor. Sie wissen, dass ich versuche, ihnen konstruktiv, aber im Rahmen der Gesetze zu helfen und nicht – wie linke Flüchtlingshelfer – sie dabei unterstütze, um jeden Preis, notfalls illegal, im Land zu bleiben.“

Artikel bewerten
(33 Stimmen)
Max Semmler

Max Semmler wurde 1978 geboren und studierte an einer süddeutschen Universität Geschichte sowie Soziologie.

Er ist seither als freiberuflicher Journalist mit den Schwerpunkten Bundes- und Landespolitik tätig. Sein besonderes Interesse gilt der Politik in Bayern und seinen sieben Regierungsbezirken.

Webseite: www.bayern-depesche.de
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten

Redaktion